Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Plätze und Einkaufszentren sind wieder weihnachtlich dekoriert. Christbäume werden aufgestellt und prächtig geschmückt. Lichter scheinen in den düsteren Winterabenden. Vielerorts duftet es nach Zimt, Nelken und Orangen. Aus den Lautsprechern rieselt liebliche Musik. Alle Sinne nehmen es wahr: Es ist Advent und bald Weihnachten.

Warum zieren Tannenbäume unsere Städte, Dörfer und Kaufhäuser? Aus welchem Grund dekorieren Sie ihr Zuhause mit diesen Symbolen? Ein Blick in die Geschichte zeigt, woran der Schmuck die Menschen einst erinnerte. Er weist auf den reichen Segen hin, der im Weihnachtsfest zu finden ist.

Tanne

Bereits in der vorchristlichen Zeit verzierte man im Winter die Stuben mit immergrünen Pflanzen. Es war damals allerdings undenkbar, dass jemand einen kompletten Baum aufstellte. Stattdessen begnügte man sich mit Tannzweigen, oder Zweigen von Stechpalmen, von der Mistel, vom Wacholder, oder Efeuranken. Sie waren Zeichen für die Hoffnung auf neues Leben, das der Frühling nach dem Frost zurückbringt.

Christen deuteten diesen Brauch auf ihren Herrn. Von ihm kommt das Leben. Sie erinnerten sich an Christus, wenn die Zweige in ihrem Haus, trotz sorgfältiger Pflege allmählich vertrockneten. Gottes Sohn kam in unsere Welt, um sein Leben hinzugeben. Er starb, damit Menschen, die ihn im Glauben aufnehmen, auf ewiges Leben hoffen dürfen.

Auch dieses Jahr bleiben die Bäume, die Adventskränze und Tannenzweige bloss kurze Zeit in den Häusern. Aber es wird der Frühling kommen, wo die Natur wieder zum Leben erwacht. In den Wäldern und auf den Feldern wird das Grün erneut spriessen. Dann feiern die Christen Ostern. Sie erinnern sich daran, dass das Zeichen Wirklichkeit wurde, das sie an Weihnachten hoffnungsvoll aufstellten. Jesus ist auferstanden. Er überwand den Tod. Darum hat er die Macht, all jenen, die auf ihn vertrauen, ewiges Leben zu schenken.

Weihnachtskugeln

Ursprünglich zierten nicht Glaskugeln, sondern Äpfel den Christbaum. Im Mittelalter wurde an den Weihnachtsabenden vor dem Krippenspiel die Vertreibung aus dem Paradies aufgeführt. Als Kulisse für diesen ersten Teil der Feier stellte man Paradiesbäume in den Kirchen auf. Die Früchte daran erinnerten, dass sich das erste Menschenpaar zum Ungehorsam gegen seinen Schöpfer verführen liess. Als Strafe dafür wurden sie aus dem Paradies vertrieben.

Die Weihnachtsgeschichte ist die gute Nachricht für die Vertriebenen. Der Engel erklärte Josef, dass der Sohn, den seine Verlobte zur Welt bringen werde, sein Volk von den Sünden erlösen wird. Die Evangelien der Bibel berichten, wie diese Ankündigung verwirklicht wurde. Jesus Christus wurde öffentlich an einem Kreuz hingerichtet. Der weltliche Richter bezeugte zuvor, dass er keine Schuld an dem Verurteilten fände. Gottes Sohn nahm die Strafe für die Sünde der Menschen auf sich. Wer Jesus als Erlöser anruft, wird aus der Verbannung gerettet und wird mit seinem Schöpfer versöhnt.

Heutzutage werden die Christbäume nicht mehr mit Äpfel geschmückt. Die Glaskugeln erinnern an eine vollkommene Frucht. Die Lichter am Baum werden wunderbar in ihnen gespiegelt. Obwohl wir uns an ihrer Schönheit freuen, vergessen wir nicht, dass sie äusserst zerbrechlich sind. Genauso bleibt unser Leben zerbrechlich und erhält alle seine Pracht von der Güte des Schöpfers. Darum betete einst Mose (Psalm 90,12): „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Klug ist, wer den Retter nicht verpasst und sich nicht vom Schein der Welt davon ablenken lässt, den Heiland zu suchen.

Kerzen

Mitten in der dunklen Jahreszeit wurden seit jeher Lichter angezündet. Die Menschen erinnerten sich, dass die Dunkelheit nicht über das Licht triumphiert. Der Schein der Leuchten drückt die Hoffnung aus, dass das Gute nicht vom Bösen überwunden, die Freiheit die Gefangenschaft beendet, und das Leben den Tod überwältigt.

Christen brachten das Licht an den Weihnachtsbaum, um sich an ihren Herrn zu erinnern. Gottes Sohn kam in unsre Welt, um den Erdenkindern den himmlischen Vater zu zeigen. Jesus sagte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Weil Christus auferstanden ist, haben Gottes Kinder durch den Glauben Grund zu hoffen, dass das Gute siegen wird. Durch die Hoffnung, die Christus gibt, ist weder dieses Leben sinnlos noch der Tod bedrohlich.

Die Lichter an den Christbäumen auf den Plätzen, in den Einkaufszentren und in unseren Häusern erinnern an die Hoffnung, die Christus in unsere Welt brachte. Das letzte Wort hat weder das Böse noch die Ungewissheit noch der Tod. Gottes Sohn wird über alle finsteren Mächte triumphieren. Jene, die auf ihn vertrauen, wird er dann von allem Elend erlösen.

Nüsse

Neben Äpfeln zierten einst Nüsse die Weinachtsbäume. Sie wurden in der Weihnachtszeit nicht sofort gegessen, sondern blieben an Fäden gebunden bis zum Neujahr an den grünen Bäumen hängen. Erst dann war die Geduldprobe für die Kinder vorüber und sie durften die begehrten Leckerein geniessen.

Die Deutung, dass die Nuss ein Sinnbild der Christi Geburt sei, geht auf den Kirchenvater Augustinus zurück. Er verglich die unscheinbare Schale mit dem armseligen Stall, in dem der Heiland geboren wurde. Im Gehäuse einer Nuss steckt eine wertvolle Frucht und in der Krippe lag in Windeln gewickelt der König aller Könige. Bloss einfache Hirten und Männer aus dem entfernten Morgenland erkannten dort die himmlische Herrlichkeit.

Was halten Sie von Jesus, der nicht nur ärmlich zur Welt kam, sondern erbärmlich an einem Kreuz starb? Hinter beiden Berichten steckt eine kostbare Nachricht. Gottes Sohn wurde Mensch. Er führte ein gerechtes Leben und nahm die Strafe für die Ungerechtigkeit der Erdenkinder auf sich, damit sie von ihr freigesprochen werden. Nach drei Tagen ist er auferstanden. Nun erhalten alle, die auf ihn vertrauen Vergebung der Sünden und das ewige Leben und können darum unter dem Christbaum fröhliche Weihnachten feiern.

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