Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Von der Gefahr der Anpassung

Predigt zum Buch der Richter. Predigttext: Richter 2,1-23.

Das Buch der Richter berichtet davon, was mit Israel passierte, als es im verheissenen Land seinen Nachbarn anpasste.

Anpassung schwächt das Gottvertrauen

Eine neue Generation, die nach dem Tod Josuas aufkam, verlor den Gott, der sein Volk aus Ägypten erlöste und in Kanaan zur Ruhe brachte, immer mehr aus den Augen. Sie kümmerten sich darum, sicher unter den Heiden wohnen zu können, statt weiterhin auf ihren Erlöser zu vertrauen.

Gottes Volk ist aufgerufen mit den Verheissungen seines Herrn zu leben. Er hat versprochen, dass er selbst für Sicherheit sorgen werde. Bereits in der Wüste hat er Israel zugesagt, dass er das gelobte Land so gemacht hat, dass es sehr fruchtbar ist. Der Götzendienst des Landes, mit dem die fremden Völker um Fruchtbarkeit und Sicherheit bitten, war verlockend. Es konnte etwas getan werden, um Segen zu erlangen.

Weil Israel den Götzen diente, verlor es das Vertrauen zu seinem Gott. Wer seine Sache nach der Art der Welt in die eigene Hand nehmen will, wird seinen Erlöser vergessen. Glaube bedeutet aber gerade, auf Gottes Zusagen zu vertrauen. Worauf verlässt du dich? Was bedeuten dir deine Frömmigkeit und deine guten Werke?

Anpassung ist unerbittlich besitzergreifend

Im Buch der Richter zeigt den Kreislauf der Schuld, in den Menschen geraten, die sich den gottlosen Menschen anpassen. Ohne das Vertrauen auf Gott und seine Hilfe, fehlte dem Volk die Kraft, gegen seine Feinde aufzustehen.

Das Buch ist eine prophetische Warnung an Gottes Volk. Wenn es sich den Weg der Anpassung einschlägt, kann es aus eigener Kraft nicht wieder umkehren. Stattdessen wird es Gott immer mehr vergessen und immer mehr von der Gottlosigkeit unterdrückt werden.

Gott warnte Israel vor einem Bund mit den Völkern, die im gelobten Land wohnten. Ein Bund ist eine Liebesbeziehung, in der man das Beste des anderen sucht und sich loyal zu ihm stellt. Weil sich Israel loyal zu den Heiden stellte, konnte es nicht seinem Gott treu bleiben. Welchen Anliegen der Welt hast du auf dem Herzen? Mit welcher Sünde hast du dich verbunden?

Hilfe für Angepasste

Israel war der Entwicklung zum Unglauben scheinbar hilflos ausgeliefert. Wenn du ehrlich mit dir selbst bist, kannst du erkennen, dass du ebenso in einem Kreislauf der Schuld lebst. Gottes Kinder sündigen immer wieder, bekennen ihre Schuld und nehmen sich vor, von nun an Gott zu gefallen.

Gott erweckte Richter in Israel. Sie waren nicht besser als ihre Landsleute, sondern im gleichen Kreislauf gefangen. Aber Gott rüstete sie aus, stärkte und ermutigte sie, damit sie sich aufmachten und ihr Volk aus der Unterdrückung der fremden Herrscher befreiten. Sie sind ein Vorbild auf den grossen Befreier, Jesus Christus.

Christus kam in die Anpassung und lebte gehorsam bis zum Tod. Nach drei Tagen ist er auferstanden und besiegte damit Sünde, Tod und Teufel. Er hat den Kreislauf der Schuld durchbrochen. Wenn du auf ihm vertraust, wirst du von der Schuld befreit, selbst wenn du niemals ganz schuldlos sein kannst. So lange du auf Erden lebst, wirst du glauben und vertrauen müssen.

Hinweise zum Lesen des Buches der Richter

Bewege folgende Fragen beim Lesen des Buches:

  1. Welche Sünde akzeptiere ich in meinem Leben?
  2. Worauf verlasse ich mich?
  3. Welche Hilfe gibt mir Gott in meiner Situation?

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