Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Sinn des Lebens: Worum kümmerst du dich?

Predigt zu Philipper 2,19-24.

Wofür lebst du? Beantwortest du diese Frage mit einem Hinweis auf ein Ereignis, das in der Zukunft liegt? Du lebst vor dem ewigen Gott. Darum bedeutet dein gegenwärtiges Leben etwas. Die Entscheidungen, die du triffst, die Worte, die sagst oder verschweigst, die Gedanken, die du bewegst, zeigen, wofür du lebst.

In der Bibel lesen wir, dass der Schöpfer dem Leben einen Sinn gab: die Liebe. Wenn du Gott mit deiner ganzen Existenz liebst und deinen Nächsten wie dich selbst, hast du das beabsichtigte Lebensziel erreicht. Wie viele deiner Entscheidungen gründen auf dieser Lebensabsicht? Hast du dir gestern Abend überlegt, was du tun könntest, damit Gott geehrt und dein Nächster durch dein Tun gesegnet wird? Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugestehen, dass wir vieles aus Gewohnheit tun, statt wirklich ein höheres Ziel zu verfolgen.

Der Apostel Paulus beschrieb in seinem Brief an die Philipper unterschiedliche Lebensweisen. Sie haben Auswirkungen auf die Beziehung zu Gott und zu den Nächsten. Worum kümmerst du dich?

Ich kümmere mich um das, was mir gehört!

Es scheint ganz natürlich zu sein, dass sich Menschen zuerst um sich selbst kümmern. So halten wir als Sprichwort fest: «Jeder ist sich selbst der Nächste.» Mit dieser Ausrichtung muss alles dem eigenen Nutzen dienen. Du musst dich um dein Ansehen, dienen Besitz und um deine eigenen Lebensziele kümmern und kannst ganz schlecht Rücksicht auf andere nehmen. An einen Gott kannst du nur so weit denken, als er dich in deinem Vorhaben unterstützt.

Mit dieser Grundeinstellung kannst nicht mit der Ausrichtung leben, die dein Schöpfer dir für das Leben gab. Du kannst Gott nicht lieben. Stattdessen erwartest du, dass er dir dient. Du kannst deinen Nächsten nicht lieben, sondern begnügst dich damit, seine Unterstützung zu schätzen. Wer sich um das kümmert, was ihm gehört, kann Gott nicht ehren und ist für seine Nächsten kein Segen.

Ich kümmere mich um das, was meinem Nächsten gehört!

Diese Ausrichtung scheint zuerst viel edler zu sein als die erste. Selbstlose Menschen nehmen wir uns gerne zum Vorbild. Wir staunen über die sogenannte «Mutter Theresa», die ein Leben in Armut für sterbende Arme führte und über Milliardäre, die einen grossen Teil ihres Reichtums spenden. Was motiviert sie, so zur Selbstlosigkeit? Sie würden wohl nicht so handeln, wenn sie sich nichts Gutes davon erhoffen.

Mit der Grundeinstellung, zuerst für andere zu sorgen, kannst du ebenfalls nicht nach der Ausrichtung leben, die Gott den Menschen vorgibt. Du wirst Gott nicht lieben, sondern im schlimmsten Fall anklagen, dass er deinen Mitmenschen so grosses Leid widerfahren lässt. Deine Zuneigung zu den Mitmenschen kann zwar echt sein, aber du versagst ihnen das Beste, das du ihnen geben könntest. Statt selbst zum Retter und Tröster zu werden, sollst du ihnen bezeugen, dass ewige Seligkeit bei Christus zu finden ist.

Ich kümmere mich um das, was Christus gehört!

Um sich um das kümmern zu können, was Christus gehört, musst du verstehen, was Christus erworben hat. Er ist der Besitzer der Gemeinde, die er durch sein Opfer am Kreuz erworben hat. Ausserdem ist er als Herr über alle Herren eingesetzt worden. Die ganze Erde gehört ihm. Darum soll sein Willen auf der ganzen Erde verkündigt und gelebt werden. Du kümmerst dich um das, was Christus gehört, wenn du täglich Heil und Seligkeit bei ihm suchst und in der Freude lebst, dass du es gefunden hast.

Mit dieser Haltung lebst du nach der Ausrichtung, die der Schöpfer offenbarte. Du liebst Gott, weil du auf ihn vertraust. Er gibt dir alles, was du zum Leben brauchst. Du liebst deine Nächsten, wenn du ihnen vorlebst, dass weder dein Besitz noch dein Einsatz für irgendjemand dir Lebensfreude geben, sondern du sie in deinem Herrn und Erlöser findest.

Der Weg zu einem gesegneten Leben

  1. Geh von dir weg. Du musst die Sorge um dein Ansehen, um deinen Besitz und um deine Lebenspläne hinter dir lassen.
  2. Geh an deinem Nächsten vorüber. Du kannst zwar auf seine Nöte hören, aber darfst nicht versuchen, seine Bedürfnisse zu stillen
  3. Geh zu deinem Schöpfer. Lass dich von ihm segnen.
  4. Lebe als Gesegneter mitten unter den Menschen, die sich nach Segen sehnen und zeige ihnen, wo du ihn gefunden hast.

Auf diesem Weg liebst du Gott und deinen Nächsten und hast den heilsamen Sinn des Lebens gefunden, den der Schöpfer vorgesehen hat.

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