Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Segen in der Verfolgung

Predigt zu Matthäus 5,10-12.

Die Seligpreisungen schliesst Christus mit einem besonderen Glückwunsch, den wohl kein Menschen so äussern würde. Kein Mensch kann ein besonderes Glück darin finden, wenn er geschmäht und verfolgt wird. Ausserdem scheint die Verfolgung weit weg zu sein. Wir vernehmen zwar in den Medien davon, dass Christen verfolgt, geplagt, eingesperrt und sogar öffentlich hingerichtet werden, aber auf uns scheint das kaum zuzutreffen. Dieser Schein trügt. Es gehört zum Leben jener Menschen, die Christus nachfolgen, dass sie verfolgt, gehasst und geschmäht werden (Joh 15,20; 2.Tim 3,12; Phil,29).

Wenn ihr verfolgt werdet …

Die Verfolgung von der Christus spricht hat einen ganz bestimmten Grund: die Gerechtigkeit. Allerdings verstehen wir ihn falsch, wenn wir meinen, er spreche von unserer eigenen Gerechtigkeit. Die ist niemals vollkommen und wird mit gutem Grund von Menschen verachtet. Christus spricht hier von seiner eigenen Gerechtigkeit. Wahres Glück haben die Menschen gefunden, in denen Christus selbst verfolgt wird.

  • Wie schätzt du deine guten Werke ein?
  • Worauf verlässt du dich? Woher nimmst du die Zuversicht, dass Gott dich annehmen wird?
  • Was lebst du anderen Menschen vor? Von welcher Gerechtigkeit berichtest du?

… seid fröhlich und getrost!

Die Welt hasst die vollkommene Gerechtigkeit. Es gibt drei Gründe, warum sie Christus und sein einzigartiges Werk verschmäht.

  1. Christi Gerechtigkeit ist eine dauernde Anklage der Ungerechtigkeit.
  2. Christi Gerechtigkeit wehrt dem Streben, selbst Gott sein zu wollen.
  3. Christi Gerechtigkeit zeigt dem Menschen, wie ohnmächtig er vor seinem Schöpfer ist.

Wenn Christen verfolgt werden, können sie um so deutlicher die Gnade erkennen. Es ist ein grosses Geschenk, dass sie Christus und seine Gerechtigkeit nicht hassen. Sie erkennen, dass nicht ihre eigene Wege und Vorstellungen sie zur Seligkeit bringen, sondern allein ihr Herr. Ausserdem erinnern sie sich daran, dass die Verfolgung, die sie auf der Erde zu erdulden haben, viel kleiner ist, als die ewige Seligkeit, die auf sie wartet.

Die Einstellung zur Verfolgung hat allerdings nichts damit zu tun, dass das Irdische einfach verachtet, oder das Elend stoisch entgegen genommen wird. Christen folgen ihrem Herrn und rufen in ihrer Not den himmlischen Vater, der über allen Mächten steht, um Hilfe an. Darum bitten sie Gott nicht nur um Hilfe in ihrem eigenen Elend, sondern auch für jene Geschwister, die an Leib und Leben verfolgt werden.

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