Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Die rechtschaffene Frucht der Busse

Predigt zu Esra 910,6.

Die Lehre von der Buße war es, die einst die Christenheit erschütterte. Martin Luther verkündigte öffentlich, dass allein der Glaube an Christus zum Heil führt. Nur der Glaube daran, dass Gottes Sohn die Strafe für die Sünden auf sich nahm, gibt Sündern die Hoffnung, der ewigen Verdammnis zu entkommen. Die römische Kirche hat sich einiges ausgedacht, um aufgewühlte Gewissen so zu beruhigen, dass es ihr nutzte. All die Lehren, gegen die der Reformator sich wandte, verschleierten die Wahrheit. An vielen Orten blieb durch das Treiben römischer Prediger das Evangelium von Jesus Christus völlig unbekannt. Es ist eine teuflische Tücke, Menschen von der Wahrheit abzulenken und zu vertrösten, damit sie nicht mehr nach dem wahren Trost suchen.

Noch heute treibt der Teufel sein Unwesen. Immer wieder kommen neue Lehren auf und durchdringen die Christenheit. Immer noch werden Gewissen der Menschen möglichst rasch und einfach beruhigt. Man leitet Menschen an, durch eine kleine Geste mit Gott ins Reine zu kommen. Was glauben wir von der Buße? Meistens wird Buße als Hinwendung zu Gott definiert. Man meint damit, dass ein Sünder seinen Unglauben aufgibt und darauf vertraut, dass Christus am Kreuz die Strafe für seine Vergehen bezahlte. Um diesem Glauben Ausdruck zu geben, werden wir aufgefordert, zu Gott zu beten. Es wird vorgeschlagen, unserem Schöpfer zu sagen, dass wir an ihn glauben und um die Vergebung unserer Sünden zu bitten. Wenn jemand ein solches Gebet mit aufrichtigem Herzen gesprochen hat, wird ihm zugesprochen, nun Gottes Kind zu sein und zu seinem Reich zu gehören.

Ist dieses einmalige Gebet die rechtschaffene Frucht der Buße, zu der Johannes der Täufer seine Hörer aufrief (Matthäus 3,8)? Vertrauen wir nicht einer falschen Vereinfachung? Versuchen wir damit nicht erneut, das Heil auf eine leichte Art zu gewinnen? Was bedeutet dieses Gebet, wenn du innerlich so kochst, dass du deinem Nächsten am liebsten eine runterhauen würdest? Welchen Effekt hat dieses Bußgebet, wenn du, um nicht vor Menschen schlecht dazustehen, einen Fehler verbirgst, oder ihn sogar jemand anderem unterschiebst? Inwiefern hilft diese Art von Buße, dass Menschen, unter denen du lebst, vom gnädigen Heiland erfahren?

Der Abschnitt aus dem Buch Esra offenbart uns die Wahrheit: Unsere Vorstellung der Buße ist ungenügend. Die rechtschaffene Frucht der Buße, zu der Johannes aufrief, entsteht nicht im Nu. Eine Frucht fällt nicht augenblicklich vom Baum. Sie entsteht langsam. Zuerst wächst eine Knospe zur Blüte, wird befruchtet und daraus reift die Frucht. Die Frucht der Buße durchläuft vier Stadien. Esra ist zuerst bestürzt über die Sünde, bedenkt bis zum Abendopfer die Konsequenzen der Schuld, betet danach so lange, bis Gott eine Umkehr schenkt. Durch diese vier Stadien reift die rechtschaffene Frucht der Buße.

Die Knospe: die Bestürzung

Esra erhielt Bericht von den Oberen der Stadt. Ganz offen erzählten sie vom Ungehorsam gegen Gott. Durch Mose hat er seinem Volk geboten, sich nicht mit jenen Menschen zu verheiraten, die fremden Göttern dienen. Wer sich auf einen Götzendiener einlässt, steht in Gefahr, sich bald für die Religion des Geliebten zu begeistern. Dass die Furcht vor einer solchen Verführung nicht unbegründet ist, zeigt die Geschichte. Weil Israel die Bewohner des Landes nicht vertrieb, sondern sich auf sie einließ und sich mit ihnen verheiratete, lernte Gottes Volk fremde Kulte kennen. Weil sie den Götzen dienten, ließ sie Gott aus ihrer Heimat wegführen und Jerusalem mitsamt dem Tempel wurde zerstört.

Es gibt einen Grund dafür, dass du nicht in ewiger Glückseligkeit lebst. Es ist die Sünde, auf die sich die ersten Menschen einließen. Sie assen von einer Frucht, die Gott ihnen vorenthielt. Dieser Ungehorsam brachte den Tod, allen Schmerz, Gewalt und Misstrauen dem Schöpfer gegenüber in diese Welt. Immer noch meinen wir, die Sünde, auf die wir eingehen, sei klein und unbedeutend. Das erste Stadium im Reifen der Frucht der Buße besteht darin, dass wir Gott und seinem Urteil recht geben. In der geringsten Sünde liegt das ganze Verderben. Wenn wir die Sünde richtig bedenken, müssen wir genau wie Esra bestürzt innehalten und unser Elend beklagen.

Die Bestürzung Esras war besonders heftig, weil nicht gottlose Menschen gesündigt haben. Gottes Volk hat die Worte seines Herrn verworfen. Jene Menschen, die von Gottes Gerechtigkeit wussten, haben die Gebote ihres Erlösers verachtet. Es wurden ausgerechnet jene Leute schuldig, die Gottes Gnade erlebten. Sie durften aus dem Exil zurückkehren und wieder in Jerusalem wohnen. Dort bauten sie den Tempel auf und brachten ihre Opfer dar. Schon nach kurzer Zeit in der Freiheit haben sie es so weit gebracht, dass sie nur noch auf das sichere Gericht ihres Gottes warten konnten.

Welch ein Elend ist es, wenn Menschen, die mit Gottes Gnade beschenkt wurden, sich wieder der Ungerechtigkeit zuwenden. Es ist falsch, wenn Christen es einfach hinnehmen, dass sie von der Sünde nicht loskommen. Es ist unerhört, dass Gottes Kinder, die die Gnade des himmlischen Vaters erfahren haben, ihren barmherzigen Erlöser durch Halbherzigkeit und Ungehorsam beschämen. Nicht nur Menschen, die nicht an Gott glauben müssen über ihr Leben bestürzt sein. Viel mehr als jene sollten Christen über ihren eigenen Lebenswandel erschrecken. Es ist eine Verhöhnung von Gottes Gnade, wenn wir meinen, nur Gottlose brauchen Buße zu leisten. Wir müssen Luther zustimmen. In der ersten seiner 95 Thesen schrieb er, dass das ganze Leben der Christen Buße sein müsse. Jeden Tag haben wir Grund, darüber zu erschrecken, dass wir uns wieder auf die Sünde eingelassen haben, obwohl wir Gottes Gnade erfahren haben.

Das ist eine harte Botschaft. Sie ist wie eine junge Knospe am Apfelbaum. Ohne diese Knospe entsteht allerdings keine Frucht. Genauso ist es nötig, wenn wir die wahre Buße kennenlernen wollen, das Elend zu bedenken, das die Sünde mit sich bringt. Es ist falsch, wenn wir uns selbst und andere von diesem erschreckenden Gedanken bewahren wollen. Wenn wir bloß darüber reden, dass der Barmherzige bestimmt über unsere Fehler hinwegsehen wird, wird die Busse in unserem Leben fehlen.

Die Blüte: das Abendopfer

Esra sass in seinem zerrissenen Kleid zusammen mit Menschen aus Jerusalem bestürzt da. Er unternahm nichts, sondern blieb entsetzt darüber, dass Gottes Volk die Gnade seines Herrn so rasch verspielt hat. Statt vor allen Völkern ihrem Gott zu dienen, haben sie sich mit ihrer Treulosigkeit für den Gottesdienst disqualifiziert. Offenbar führt kein Weg an Gottes Gericht vorbei. Als Schriftgelehrter kannte Esra Gottes Strafe für diesen Treuebruch. Gottes Urteil über die Sünde seines Volkes steht fest.

Es heißt, dass sich zur Zeit des Abendopfers etwas veränderte. Esra stand auf und betete zu Gott. Vor dem Gebet, dem dritten Stadium der Buße, muss etwas geschehen, damit überhaupt eine Frucht entstehen kann. Die Knospe muss zur Blüte wachsen und befruchtet werden. Wir können den Weg der Buße nicht abkürzen. Darum ist es wichtig, dass wir darauf achten, was vor dem Gebet geschah. Was war das Abendopfer? Am Morgen und gegen Abend wurde nach Gottes Vorschrift jeweils ein fehlerloses einjähriges Schaf geopfert. Als Gott diese Opfer durch Mose anordnete, sagte er (2. Mose 29,42-46): „Das soll das tägliche Brandopfer sein bei euren Nachkommen am Eingang der Stiftshütte vor dem Herrn, wo ich euch begegnen und mit dir reden will. Daselbst will ich den Israeliten begegnen, und das Heiligtum wird geheiligt werden durch meine Herrlichkeit. Und ich will die Stiftshütte und den Altar heiligen und Aaron und seine Söhne heiligen, dass sie meine Priester seien. Und ich will unter den Israeliten wohnen und ihr Gott sein, dass sie erkennen sollen, ich sei der Herr, ihr Gott, der sie aus Ägyptenland führte, damit ich unter ihnen wohne, ich, der Herr, ihr Gott.“ Esra hatte sich Gottes Worte zu Herzen genommen (Esra 7,10) und erkannte wohl beim Abendopfer, dass Gott sein Volk durch seine Herrlichkeit heiligt. Weil der Heilige sich seinem Volk zuwendet, gibt es Hoffnung. Nur wegen seiner Zuneigung konnten sie dem sicheren Gericht entkommen.

Im Neuen Testament ist wiederum von Gottes Herrlichkeit die Rede. Gott kam selbst zu den Menschen, um sich ein Volk zu heiligen. Johannes schrieb (Johannes 1,14): „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Christus ist Gottes Herrlichkeit. An ihm ist kein Fehler, keine Ungerechtigkeit, keine Sünde. Er ist das vollkommene Opfer, das für die Schuld der Menschen dargebracht wurde. Erst wenn wir mitten in unserer verlorenen Situation erkennen, dass Christus uns heiligt, gewinnen wir berechtigte Hoffnung, dem drohenden Gericht zu entkommen. Wegen ihrem Herrn müssen Gottes Kinder nicht auf ihre Verurteilung warten, sondern können aufstehen und zum himmlischen Vater beten.

Wenn die Knospe sich nicht zur Blüte entfaltet und mit ihrem Duft die Bienen anlockt, wird niemals eine Frucht entstehen. Genauso wird die Frucht der Buße in deinem Leben fehlen, wenn du Gottes Herrlichkeit nicht kennst. Es ist falsch, zu meinen, der Heilige werde dir gnädig sein, wenn du genug Opfer gebracht hast. Christus ist das Opfer, das Gott gefällt. Wenn du mitten in der Sünde auf ihn vertraust, bist du bereit für das nächste Stadium im Wachstum der Frucht der Buße.

Die befruchtete Blüte: das Gebet

Erst jetzt, wo Esra erkennt, dass Gott sich über sein Volk erbarmt, beginnt er zu beten. Jetzt weiss er, dass der Heilige auf seine Worte hören wird. Nicht, weil er es sich irgendwie verdient hätte, sondern weil Gott sich seinem Volk zuwendet und es heiligt. Der Heilige hat seine Kinder für seinen Dienst ausgesondert. Darum fällt Esra auf die Knie und bezeugt damit, dass er nur spricht, weil Gott ihm gnädig ist. Er breitet seine Hände zum Himmel aus und zeigt, dass er seinem Herrn gehört und alles von ihm erhält. An seiner Gebetshaltung erkennen wir, dass er die Lektion beim Abendopfer verstanden hat und dass er im Vertrauen auf Gottes Gnade betet.

Es ist falsch, wenn wir das Gebet als etwas Profanes ansehen. Es ist falsch, wenn wir alle einladen, Gott ihre Wünsche zu sagen und versprechen, dass der Ewige es hören und erhören werde. Im Gebet kommen wir vor den heiligen Gott. Seine Gebote haben wir gebrochen. Wegen unserer Ungerechtigkeit haben wir sein Gericht verdient und unser Leben verspielt. Warum sollte er auf uns hören? Gebete werden nur erhört, wenn wir an Christus glauben. Vor dem wahren Gebet – auch vor dem Bußgebet – musst du darauf vertrauen, dass Christus am Kreuz starb, damit deine Sünden vergeben werden.

Esra hat den Grund für sein Gebet gefunden. Die Worte, die er an Gott richtet, sind bemerkenswert. Wir würden erwarten, dass der Todgeweihte lautstark um Gnade und Erbarmen fleht. Aber davon lesen wir nichts. Esra weiss bereits, dass Gott gnädig ist. Darum bekennt er die Schuld seines Volkes. Er muss nichts zurückhalten, sondern gibt offen zu, dass ihnen die Schuld über den Kopf gewachsen ist und bis zum Himmel reicht. Es ist für ihn und seine Mitbürger unmöglich, mit Gott ins Reine zu kommen. Er bekennt auch, dass Gottes Volk die Gnade seines Herrn erfahren hat, sie aber unbeachtet ließ. Danach bezeugt er dankbar, dass der Heilige Israels sein Volk nicht bestraft habe, obwohl es Strafe verdient hätte. Nun aber sind sie schuldig vor ihrem gnädigen Erlöser. Das ist Esras ganzes Gebet. Mehr hat er nicht zu sagen.

Wir sind in unserem Beten oft sehr ergebnisorientiert. Wenn wir Gott eine Sünde bekennen, bitten wir sofort um Vergebung. Wir gehen davon aus, dass er uns erhört und die Sache damit erledigt ist. Wir halten den Gedanken kaum aus, dass wir vor Gott schuldig sind und unser Leben verspielt haben. Als Christen meinen wir, auf diese Überlegungen verzichten zu können. Wir wissen es ja, dass unser Herr sein Leben gab, damit wir ewig leben können. Trotzdem bleibt es doch wahr: Soviel an uns liegt, haben wir Gottes Gnade verspielt. Es ist falsch, wenn wir uns vorschnell einreden, dass Gott uns bestimmt vergibt. Warum verlassen wir uns in dieser wichtigen Sache auf unsere eigenen Worte? Wir sind Sünder und haben Gott unsere Sünde zu bekennen und ihm zu danken, dass er so lange mit uns gnädig war. Er ist es, der uns den Glauben schenkt, dass wir sogar mit unserer Schuld vor ihn kommen dürfen. Noch einmal zeigt unser Erlöser uns seine Gnade, mitten in unserer Schuld.

Eine Blüte verliert nach der Befruchtung ihre Herrlichkeit. Ihre Blätter verwelken und fallen aus. Genauso ist das Bußgebet nicht so herrlich wie die Erkenntnis, dass Christus die Strafe für unsere Sünden bezahlte. Wenn deine Buße fruchtbar werden soll, musst du es aushalten, dass dir alle Gerechtigkeit fehlt. Das kannst du nur, wenn du die Herrlichkeit der Gnade kennst. Wenn du glaubst, dass durch den Glauben an Christus deine Sünden vergeben werden, brauchst du deine Ungerechtigkeit nicht mehr zu verbergen. Stattdessen kannst du deine Sünden offen bekennen. Die Herrlichkeit, die dir fehlt, schenkt dir der Heilige durch den Glauben an seinen Sohn Jesus Christus.

Die Frucht: die Umkehr

Esra beendete sein Gebet nicht. Gott aber sprach durch Schechanja. Dieser schlug vor, wie die Sünde des Volkes bereinigt werden könne. Das Gebet des Schriftgelehrten hat ihm gezeigt, dass es Hoffnung für Israel gibt. Aus dieser Hoffnung wollte er einen Bund, einen Vertrag zwischen dem Volk und seinem Gott schließen. Der Heilige Israels soll wieder ihr Gott sein und sie wollen ihm gehorchen. Darum sollen die fremden Frauen mit ihren Kindern fortgeschickt werden. Sie wollen sich nicht mehr mit den Einwohnern des Landes verschwägern, um mit ihnen sicher zusammenleben zu können, sondern auf den mächtigen Gott vertrauen. Esra ließ sich bewegen, von seiner Trauer aufzustehen und nahm dem Volk einen Eid ab, dass sie treu handeln werden. Die Umkehr des Volkes begann auf diese Weise. Der Vorschlag kam nicht durch menschliche Überlegungen zustande, sondern war die Anwendung von Gottes Wort. Das Vertrauen darauf, dass die Gebote heilsam sind, führte Esra und seine Zeitgenossen zum Heil.

Wie können wir mit Gott ins Reine kommen, nachdem wir gesündigt haben? Genau wie Schechanja es getan hat, müssen wir Gottes Wort auf unser Leben anwenden und ihm gehorchen. Wo wir dem Nächsten Liebe schuldig geblieben sind, müssen wir ihn um Vergebung bitten, wenn er unter uns zu leiden hatte. Danach müssen wir uns entschließen in Zukunft liebevoll mit ihm umzugehen. Den Hass und alle seine Kinder müssen wir von uns wegschicken. Zu den Kindern des Hasses gehören die Missgunst, die Eifersucht und die Verachtung. Falls sie wieder zurückkommen, müssen wir dabei bleiben, dass sie nicht mehr zu unserem Leben gehören. Ganz bestimmt wird der Hass oder eines seiner Kinder wieder an deine Tür klopfen. Sie werden dir sagen, dass sie doch schon so lange zu deinem Leben gehört haben. Sie werden dich zu überzeugen versuchen, dass du doch ganz gut mit ihnen gelebt hast. Sie werden dir weismachen, dass du nicht auf sie verzichten kannst, wenn du kein schwächliches Leben führen willst. Weil die Sünde immer wieder zurückkommt, ist der Eid so wichtig, den Esra das Volk leisten ließ. Durch den Glauben an Christus bist du mit Gott im Bund, hast einen Vertrag mit ihm geschlossen. Du hast versprochen, dass du zu ihm gehören und auf ihn hören willst. Darum musst du jedes Mal, wenn der Hass oder eines seiner Kinder sich in deinem Herzen breitmacht, mit den Wachstumschritten der Buße neu beginnen. Selbst das kleinste Kind des Hasses ist eine Sünde, die das ganze Verderben mit sich bringt. Das ist ein Grund zu erschrecken. Du musst wieder neu auf Christus und sein Opfer sehen und deinem Erlöser deine Schuld bekennen.

Genau dasselbe musst du tun, wenn du Menschen getäuscht oder jemand falsch beschuldigt hast. Du musst die Sache klarstellen und deine Schwäche bekennen. Der Stolz und seine Kinder dürfen nicht bei dir bleiben. Die Kinder des Stolzes sind auf andere herabzusehen, das Prahlen und die falsche Demut. Du musst sie fortschicken und in Zukunft ohne sie leben. Aber auch diese Dinge werden bestimmt wieder zu dir zurückkommen und die Buße wird sich wieder neu in deinem Leben entwickeln müssen. Wann aber ist die Frucht reif? Wie gelingt es uns, dass wir die Süße der Buße genießen können. Solange wir auf dieser Welt leben, wird die Frucht noch nicht ausgereift sein. Wer seine Buße zu früh kosten will, wird in einen sauren Apfel beißen. Erst wenn du im Jenseits vor deinen Schöpfer treten wirst und dabei darauf vertraust, dass Christus dir seine Heiligkeit schenkt, wird er dich von allen Sünden befreien. Dann ist die Buße süß und die Umkehr vollendet. Es heißt in der Offenbarung, dass Gott dann die Ungerechtigkeit und ihre Folgen von denen wegnimmt, die auf seinen Sohn vertrauen. Sie werden in alle Ewigkeit ohne Tränen, ohne Leid und ohne Schmerz leben können. Den Tod wird es für jene Menschen nicht mehr geben. Das ist die Frucht, die der Heilige all jenen schenken wird, die ihr Leben lang in der Buße leben.

Diese Art der Buße wird dein ganzes Leben prägen. Deine Mitmenschen werden an deinem Reden und Handeln erkennen, dass du Gott und deinen Nächsten lieben willst. Die Selbstgerechtigkeit und ihre Kinder musst du dein Leben lang von dir weisen. Zu den Kindern der Selbstgerechtigkeit gehören die Undankbarkeit, die Menschenfurcht und die Halbherzigkeit. Wenn du ohne diese Dinge lebst, wirst du ein sichtbares Beispiel für Gottes Gnade. Deine Mitmenschen werden an dir sehen, dass niemand aus sich selbst gerecht werden kann. Auf diese Weise wird die ständige Buße eine grosse Hilfe dafür, dass Menschen vom Heil in Christus erfahren.

 

Zum Schluss noch einmal zur Erinnerung: Die rechtschaffene Frucht der Buße ist nicht sofort reif. Sie braucht Zeit, damit sie süß werden kann. So lange du lebst, wirst du über deine Sünde bestürzt sein, dich an das Opfer erinnern, das Christus gebracht hat, Gott deine Sünden schonungslos bekennen und dir von ihm den Weg zur Umkehr zeigen lassen müssen. Während diesem Reifeprozess lernen wir in jedem Stadium, auf Christus zu vertrauen. Er ist immer unser Heiland. Aus seiner Gnade leben wir. Er schenke uns die Weisheit, in einer gottlosen Welt zu seiner Ehre täglich demütig den Weg der Buße zu gehen.

Amen.

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