Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Christus kommt wieder!

Predigt zu Philipper 3,20-21.

Sehnst du dich danach, dass Christus wiederkommt? Hat diese Sehnsucht konkrete Auswirkungen in deinem Leben? Ist die Lehre von der Wiederkunft bloss etwas, was du bejahst, aber in deinem Alltag kaum eine Rolle spielt?

Die Lehre, dass Christus wiederkommen wird, ist wesentlicher Bestandteil des Evangeliums und der biblischen Lehre. Es war die himmlische Botschaft, die die Jünger unmittelbar nach der Himmelfahrt ihres Herrn von Engeln zu hören bekamen (Apg 1,10-11). Bereits während seiner Lehrzeit sprach Christus davon, dass er, wenn Himmel und Erde ins Wanken kommen, in Macht und Herrlichkeit wiederkommen, die Seinen zu sich nehmen und alle Menschen richten wird. Diese hoffnungsvolle Lehre trugen die Apostel in die Welt. Die Schriften des Apostel Paulus sind geprägt von der Sehnsucht nach seinem Herrn. Zusammen mit den Christen seiner Zeit betete er das „Maranata!“ (1Kor 16,22), was „unser Herr, komm!“ bedeutet. Genauso selbstverständlich schrieb der Apostel Petrus davon, dass die Gemeinde Gottes die Wiederkunft des Herrn erwartet und sogar danach strebt (2Pt 3,11-13). Am Schluss des Bibel schloss sich der Apostel Johannes den Worten seines Herrn an und schrieb (Offb 22,20): „Amen, ja, komm, Herr Jesus!“

Die Hoffnung, dass Christus bald kommen wird, war seit jeher der Grund, der die Christen selbst dann mutig glauben liess, wenn sie verfolgt wurden. Die Lehre, dass ihr Herr bald kommen wird, war es, die Gottes Kinder dazu ermutigte, mitten unter gottlosen Menschen ein heiliges Leben zu führen. Der Gedanke daran, dass der heilige Erlöser aus den Wolken erscheinen wird, liess seine Nachfolger einst jederzeit nach dem Guten streben.

Leider wird heutzutage kaum von Lehre der Wiederkunft gesprochen. Weder auf Kanzeln noch im Gespräch unter Christen ist von Hoffnung davon die Rede. Dieses Schweigen schwächt den Glauben. Ohne die hoffnungsvolle Erwartung der Wiederkunft des Herrn verlieren wir den Mut, mitten unter Menschen, die stolz zweifeln, unser Vertrauen zu bekennen. Ohne diese Aussicht fehlt uns die Kraft, den Versuchungen der Sünde zu widerstehen. Ohne die Lehre, dass unser Herr in Macht und Herrlichkeit zurückkommen wird, meinen wir, uns mit den alltäglichen Schwächen abfinden zu müssen.

Gottes Wort stärkt Gottes Kinder. Darum schrieben die Apostel immer wieder davon, dass Christus wiederkommen wird. Es ist die Lehre, die Christen zu allen Zeiten hören mussten, um das Vertrauen auf ihren Herrn nicht zu verlieren und im Glauben zu wachsen. So ist es auch heute. Drei Lehrpunkte von der Wiederkunft Christi sollen deinen Glauben stärken.

1. Christus kommt aus dem Himmel

Der Himmel ist der Ort, wo Gott wohnt. Es ist der Ort der Vollkommenheit, der erfüllt ist mit Herrlichkeit, Macht und Gerechtigkeit. Diese Beschreibung trifft auf alles zu, was im Himmel ist, auch auf Christus. Wenn er wiederkommen wird, kommt er in seiner ganzen Herrlichkeit, Macht und Gerechtigkeit. Er wird dir nicht als kleines hilfloses Kind begegnen, sondern als heiliger und erhabener Sohn Gottes.

Im dem Augenblick, wenn Christus zurückkommen wird, bist du vor seine mächtige Vollkommenheit gestellt. Deine halbherzige Gerechtigkeit wird ihn nicht beeindrucken. Sei bereit, dem Heiligen zu begegnen!

2. Christus macht sich alles untertan

Durch seinen Tod am Kreuz hat Christus bereits die Strafe für die Sünde all der Menschen bezahlt, die an ihn glauben. Sünde, Tod und Teufel hat er überwunden, indem er nicht im Grab blieb, sondern auferstand. Der himmlische Vater hat ihn in den Himmel erhoben und bereits über alle Mächte eingesetzt. Wenn er wiederkommen wird, wird diese einzigartige Position offenbar. Alle Knie werden sich vor ihm beugen. Selbst jene Menschen, die Christus ihr ganzes Leben verachteten, werden ihn anbeten und sich seinem Urteil unterwerfen, ihm Recht geben.

In dem Augenblick, wenn Christus zurückkommen wird, bist du vor den Herrn aller Herren gestellt. Dein Stolz und Eigensinn kann vor ihm nicht bestehen bleiben. Sei bereit, dem Allmächtigen zu begegnen!

3. Christus verwandelt die Seinen

Hier auf Erden hausen wir im Leib der Niedrigkeit (der nichtige Leib). Dieser Ausdruck beschreibt den Zustand der Vergänglichkeit, der uns Menschen beschämt. Es ist demütigend, dass es uns nicht gelingt, das Sterben und das Böse zu überwinden. Jesus wird die Seinen aus diesem Zustand erlösen. Sie werden in den Zustand der Herrlichkeit umgestaltet, in der ihr Herr jetzt schon lebt. Dann werden sie frei von Sünde in vollkommener Gerechtigkeit ständig Gottes Gegenwart geniessen.

In dem Augenblick, wenn Christus zurückkommen wird, bist du vor deinen Schöpfer und Erlöser gestellt. Nicht deine Sünden und Schwächen haben das letzte Wort, sondern der heilige Gott. Sei bereit, deinem Erlöser zu begegnen!

Schluss

Gott ruft seine Kinder auf, als Himmelsbürger auf der Erde zu leben. Wenn du an Christus glaubst, bist du bereits von der Herrschaft der Sünde erlöst und hast ein Erbteil in der Ewigkeit gewonnen. Wenn dein Herr wiederkommmt, wirst du erhalten, worauf du jetzt hoffst. Lebe zur Ehre deines heiligen und allmächtigen Erlöser, solange du auf ihn wartest! Auf diese Weise gewinnst du Mut, ihn zu bekennen, der Sünde zu widerstehen und nach dem Guten zu streben.

Drei Hinweise für Wartende:

  1. Lass dich durch die Schrift an die Wiederkunft erinnern!
  2. Lass dir von der Schrift die Konsequenzen der Lehre zeigen!
  3. Lebe, was du durch die Schrift erkannt hast!

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