Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Einleitung zum Abendmahl

Wir versammeln uns heute vor dem Tisch des Herrn, um die Botschaft seines Todes zu verkündigen. Das Abendmahl führt uns in die Gegenwart des heiligen Gottes. Aus diesem Grund fordert die Schrift uns alle zur Selbstprüfung auf. Wir stellen uns dazu folgende drei Fragen:

  1. Bedauerst du von Herzen deine Sünden und missfällst du dir deswegen selbst?
  2. Vertraust du dennoch von Herzen der Verheissung Gottes, die den Bussfertigen vollkommene Vergebung aller Sünden allein um des Leidens und Sterbens Christi willen zusagt?
  3. Ist es dein aufrichtiger Vorsatz, mit deinem ganzen Leben Gott dem Herrn zu dienen, alle Bitterkeit, Unversöhnlichkeit und Bosheit abzulegen und in wahrer Liebe mit deinem Nächsten zu leben?

Wer so gesinnt ist, den will Gott annehmen und als Gast am Tisch seines Sohnes empfangen.

Demjenigen aber, der nicht betrübt ist über seine Sünden und im Ungehorsam gegen Gott lebt, müssen wir verkündigen, dass er nicht im Segen, sondern unter dem Gericht lebt. Wir ermahnen ihn, nicht am Abendmahl teilzunehmen, denn so spricht die Schrift:

Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selber zum Gericht. (1. Korinther 11,27-29)

Damit soll aber nicht der Eindruck entstehen, als ob nur Reine und Sündlose am Abendmahl teilnehmen dürfen. Denn wir erscheinen am Tisch des Herrn nicht, um damit zu bezeugen, dass wir in uns selbst gerecht wären. Im Gegenteil: Wir suchen Leben und Gerechtigkeit ausserhalb von uns, allein in Christus! Damit bekennen wir, dass wir nach unserer menschlichen Natur Kinder des Todes sind. Deshalb haben wir täglich mit der Schwachheit im Glauben und mit der Versuchung zum Bösen zu kämpfen.

Doch wir sind unserer alten Natur nicht völlig ausgeliefert. Wir haben durch den Heiligen Geist als Kinder Gottes eine neue, göttliche Natur empfangen, die alle Bosheit überwinden kann. Es ist Gott selbst, der Heilige Geist, der uns befähigt im Glauben stark zu werden, Treue zu halten, Schuld einzugestehen, Versöhnung zu finden und die Heiligung unseres Lebens zu suchen. Wir wissen, dass Gott jeden, der auf Christus vertraut, annimmt und geistlich erneuert. Das bezeugt auch der Apostel Paulus:

Es gibt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde. (Römer 8,1; 6,12; 8,2)

Selbstprüfung

Wenn wir jetzt fragen, wozu der Herr das Abendmahl eingesetzt und verordnet hat, dann muss die Antwort lauten: Der Herr Jesus Christus bekräftigt durch seine Gegenwart unter Brot und Wein, dass dem, der glaubt, alle Schuld vergeben ist. Wie es seit der Väter Zeit im Alten Testament verheissen worden ist, hat der Vater seinen Sohn in die Welt gesandt. Christus ist wahrer Mensch geworden wie wir. Er hat gelebt wie wir, aber ohne Sünde. Er hat Gott allen Gehorsam geleistet und nach dem göttlichen Gesetz alle Gerechtigkeit erfüllt. Er hat den Zorn Gottes auf sich genommen, der wegen unseren Sünden auf uns lag. Er hat ihn an unserer Stelle getragen bis an das Ende seines Lebens.

Christus hat sich für uns erniedrigt bis in die Angst und Not der Hölle, so dass er ausrief (Matthäus 27,46): «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Er hat die Gottverlassenheit auf sich genommen, damit wir nie mehr von Gott verlassen würden. Er hat durch sein Blut und seinen Tod das neue Testament, den Bund der Gnade und der Versöhnung, erfüllt, so dass er ausrufen konnte (Johannes 19,30): «Es ist vollbracht!» So wurde er unschuldig zum Tode verurteilt, damit wir vor dem Gericht Gottes freigesprochen würden.

Sein Opfer am Kreuz ist der einzige Grund unserer Erlösung. Denn Jesus hat ein für allemal unsere Schuld bezahlt.

Sein Opfer am Kreuz ist der einzige Grund unserer Heiligung. Denn Jesus hat uns mit seiner Gerechtigkeit überkleidet, damit jener Glaube wirksam wird, der die Welt in göttlicher Gerechtigkeit überwindet.

Sein Opfer am Kreuz ist der einzige Grund unserer Gemeinde. Denn Jesus hat uns zu Gliedern seines Leibes zusammengefügt. Wie wir alle von dem einen Brot essen und von demselben Wein trinken, so sollen wir als Glieder seines Leibes in herzlicher Einheit und Liebe zusammenstehen. Wie geschrieben steht:

Seit untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus. (Epheser 4,32)

Lasst uns jetzt darüber nachdenken, in einer Haltung der Umkehr, der Heiligung und der Einheit.

Stilles Gebet
Der Pfarrer schliesst das Gebet laut ab und lädt alle Bekenntnisglieder der Gemeinde und die zugelassenen Gäste zum Tisch des Herr ein.

Feier des Abendmahls

Heiligung des Brotes

Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. (1. Korinther 11,23b-24)

Empfang des Brotes
Heiligung des Kelchs

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt zu meinem Gedächtnis. (1. Korinther 11,25)

Empfang des Kelchs
Dankgebet
Aus dem Kreis der Abendmahlsempfänger.
Apostolisches Glaubensbekenntnis

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