Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 9.1: Die natürliche Freiheit
Artikel 9.2: Der Wille im Stand der Unschuld
Artikel 9.3: Der Wille im Stand der Schuld
Artikel 9.4: Die Befreiung des Willens
Artikel 9.5: Der Wille im Stand der Herrlichkeit

Artikel 9.1: Die natürliche Freiheit

Gott hat den Willen des Menschen mit einer natürlichen Freiheit ausgestattet, die weder gezwungen noch durch eine absolute Naturnotwendigkeit dazu festgelegt wird, Gutes oder Böses zu tun (Mt 17,12; Jak 1,14; 5.Mose 30,19).

Artikel 9.2: Der Wille im Stand der Unschuld

Der Mensch besass im Stand (oder Zustand) seiner Unschuld Freiheit und Macht, das zu wollen und zu tun, was gut und Gott wohlgefällig war (Pred 7,29; 1.Mose 1,26), war jedoch in der Weise veränderlich, dass er davon abfallen konnte (1.Mose 2,16-17; 1.Mose 3,6).

Artikel 9.3: Der Wille im Stand der Schuld

Der Mensch hat durch seinen Fall in den Stand der Sünde alle Fähigkeit des Willens zu irgend etwas geistlich Gutem, das mit dem Heil zusammenhängt (Röm 5,6; 8,7; Joh 15,5), völlig verloren, so dass er als natürlicher Mensch, weil er von diesem Guten ganz und gar abgewandt (Röm 3,10-12) und in Sünden tot ist (Eph 2,1; 2,5; Kol 2,13), nicht in der Lage ist, sich durch seine eigene Kraft zu bekehren oder sich darauf vorzubereiten (Joh 6,44; 6,65; Eph 2,2-4; 1.Kor 2,14; Tit 3,3-5).

Artikel 9.4: Die Befreiung des Willens

Wenn Gott einen Sünder bekehrt und ihn in den Stand der Gnade versetzt, befreit er ihn von seiner natürlichen Knechtschaft unter der Sünde (Kol 1,13; Joh 8,34-36) und befähigt ihn allein durch seine Gnade, das frei zu wollen und zu tun, was geistlich gut ist (Phil 2,13; Röm 6,18; 6,22), jedoch so, dass er aufgrund seiner noch verbliebenen Verdorbenheit nicht in vollkommener Weise das tut und nicht allein das will, was gut ist, sondern auch das will, was böse ist (Gal 5,17; Röm 7,15; 7,18; 7,19; 7,21; 7,23).

Artikel 9.5: Der Wille im Stand der Herrlichkeit

Der Wille des Menschen wird erst im Stand der Herrlichkeit vollkommen und unveränderlich frei gemacht, nur Gutes zu tun (Eph 4,13; Hebr 12,23; 1.Joh 3,2; Jud 24).