Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 7.1: Keine Beziehung zu Gott ohne gnädigen Bund
Artikel 7.2: Der Bund der Werke
Artikel 7.3: Der Bund der Gnade aus Glauben
Artikel 7.4: Das neue Testament
Artikel 7.5: Derselbe Bund in verschiedenen Durchführungen
Artikel 7.6: Der Neue Bund ist einfacher und herrlicher

Artikel 7.1: Keine Beziehung zu Gott ohne gnädigen Bund

Der Abstand zwischen Gott und den Geschöpfen ist so gross (Jes 40,12-17; Hiob 9,32-33; 1.Sam 2,25; Ps 113,5-6; 100,2-3; Hiob 22,2-3; 35,7-8; Lk 17,10; Apg 17,24-25), dass die vernunftbegabten Geschöpfe, obwohl sie ihm als ihrem Schöpfer Gehorsam leisten müssen, ihn doch niemals als ihre Seligkeit und ihren Lohn geniessen können, wenn es nicht durch eine freiwillige Herablassung von Gottes Seite aus geschieht, die er nach seinem Wohlgefallen durch einen Bundesschluss zum Ausdruck bringt.

Artikel 7.2: Der Bund der Werke

Der erste mit dem Menschen geschlossene Bund war ein Bund der Werke (Gal 3,12), in dem Adam und in ihm seiner Nachkommenschaft (Röm 10,5; 5,12-20) unter der Bedingung eines vollkommenen und persönlichen Gehorsams das Leben verheissen wurde (1.Mose 2,17; Gal 3,10).

Artikel 7.3: Der Bund der Gnade aus Glauben

Der Mensch machte sich durch seinen Fall selbst unfähig durch diesen Bund das Leben zu erlangen. So gefiel es dem Herrn, einen zweiten Bund zu schliessen (Gal 3,21; Röm 8,3-4; 3,20-21; 1.Mose 3,15; Jes 42,6), der gewöhnlich der Gnadenbund genannt wird, durch den er Sündern Leben und Heil durch Jesus Christus umsonst anbietet, indem er von ihnen Glauben an ihn verlangt damit sie gerettet werden (Mk 16,15-16; Joh 3,16; Röm 10,6-9; Gal 3,11), und indem er allen denen, die zum Leben verordnet sind, verheisst, seinen heiligen Geist zu geben, um sie zum Glauben willig und fähig zu machen (Hes 36,26-27; Joh 6,44-45).

Artikel 7.4: Das neue Testament

Dieser Gnadenbund wird in der Schrift häufig mit dem Namen «Testament» bezeichnet, was sich auf den Tod Jesu Christi, der das Testament gemacht hat, bezieht, und auf das ewige Erbe, mit allem, was darin als dazugehörig vermacht worden ist (Hebr 9,15-17; 7,22; Lk 22,20; 1.Kor 11,25).

Artikel 7.5: Derselbe Bund in verschiedenen Durchführungen

Dieser Bund wurde zur Zeit des Gesetzes und zur Zeit des Evangeliums unterschiedlich durchgeführt (2.Kor 3,6-9). Unter dem Gesetz wurde er durch Verheissungen, Weissagungen, Opfer, Beschneidung, das Passahlamm und andere Vorbilder und Ordnungen durchgeführt, die dem Volk der Juden anvertraut waren und die alle auf Christus als den Kommenden hinwiesen (Hebr 8-11; Röm 4,11; Kol 2,11-12; 1.Kor 5,7), was für jene Zeiten ausreichte und durch die Tätigkeit des Heiligen Geistes wirksam war, um die Erwählten im Glauben an den verheissenen Messias (1.Kor 10,1-4; Hebr 11,13; Joh 8,56) zu unterweisen und aufzuerbauen, durch den sie volle Vergebung der Sünden und ewiges Heil erlangten (Gal 3,7-14). Das nennt man das Alte Testament.

Artikel 7.6: Der Neue Bund ist einfacher und herrlicher

Unter dem Evangelium – also als Christus als das eigentliche Wesen des Bundes erschienen ist (Kol 2,17) –, sind die Einrichtungen,durch die dieser Bund durchgeführt wird,die Predigt des Wortesund die Verwaltung der Sakramente der Taufe und des Abendmahls (Mt 28,19-20; 1.Kor 11,23-25). Wenn diese auch geringer an Zahl sind und mit grösserer Einfachheit und mit geringerer äusserer Herrlichkeit verwaltet werden, so wird der Bund in ihnen doch in grösserer Fülle, Klarheit und geistlicher Wirksamkeit (Hebr 12,22-27; Jer 31,33-34) allen Völkern, Juden und Heiden (Mt 28,19; Eph 2,15-19), dargeboten. Das nennt man das Neue Testament (Lk 22,20). Es gibt deswegen nicht zwei Gnadenbünde, die sich im Wesen unterscheiden würden, sondern nur ein und denselben Gnadenbund in verschiedenen Zeitaltern (Gal 3,14-16; Apg 15,11; Röm 3,21-22; 3,30; vgl. Ps 32,1 mit Röm 4,3-24; Hebr 13,8).