Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 6.1. Der Sündenfall
Artikel 6.2. Die Folgen des Sündenfalls
Artikel 6.3. Erbsünde durch Abstammung
Artikel 6.4. Die Erbsünde führt zu den einzelnen Sünden
Artikel 6.5. Der Christ wird in diesem Leben nicht sündlos
Artikel 6.6. Die gerechte Strafe für die Sünde

Artikel 6.1: Der Sündenfall

Unsere ersten Eltern sündigten, durch Satans Arglist und Versuchung verführt, indem sie die verbotene Frucht assen (1.Mose 3,13; 2.Kor 11,3). Es hat Gott nach seinen weisen und heiligen Ratschlüssen gefallen, ihre Sünde zuzulassen, da er die Absicht hatte, diese zu seiner eigenen Ehre zu ordnen (Röm 11,32).

Artikel 6.2: Die Folgen des Sündenfalls

Durch diese Sünde sind sie aus ihrer ursprünglichen Gerechtigkeit und Gemeinschaft mit Gott gefallen (1.Mose 3,6-8; Pred 7,29; Röm 3,23) und wurden dadurch tot in Sünde (1.Mose 2,17; Eph 2,1) und in allen Teilen und Fähigkeiten des Leibes und der Seele gänzlich verdorben (Tit 1,15; 1.Mose 6,5; Jer 17,9; Röm 3,10-18).

Artikel 6.3: Erbsünde durch Abstammung

Da unsere ersten Eltern die Wurzel der ganzen Menschheit sind, wurde ihrer gesamten Nachkommenschaft, die von ihr durch natürliche Zeugung abstammt, die Schuld dieser Sünde zugerechnet (vgl. 1.Mose 1,27-28 mit 1.Mose 2,16-17 und Apg 17,26 und Röm 5,12-19 und 1.Kor 15,21-49) und derselbe Tod in Sünde und dieselbe verdorbene Natur auf sie übertragen (Ps 51,7; 1.Mose 5,3; Hiob 14,4; 15,14).

Artikel 6.4: Die Erbsünde führt zu den einzelnen Sünden

Aus dieser ursprünglichen Verdorbenheit, durch die wir zu allem Guten völlig unfähig, ungeschickt und im Gegensatz zu ihm stehend wurden (Röm 5,6; 8,7; 7,18; Kol 1,21-22) und völlig zu allem Bösen hingeneigt sind (1.Mose 6,5; 8,21; Röm 3,10-12), gehen alle tatsächlichen Übertretungen hervor (Jak 1,14-15; Eph 2,2-3; Mt 15,19).

Artikel 6.5: Der Christ wird in diesem Leben nicht sündlos

Diese Verdorbenheit der Natur bleibt während dieses Lebens auch in denen, die wiedergeboren sind (1.Joh 1,8-10; Röm 7,14-23; Jak 3,2; Spr 20,9; Pred 7,20). Und obwohl sie durch Christus vergeben und getötet wird, ist sie doch selbst und alle sich aus ihr ergebenden Regungen wahrhaftig und eigentlich Sünde (Röm 7,5-8; 7,25; Gal 5,17).

Artikel 6.6: Die gerechte Strafe für die Sünde

Jede Sünde, sowohl die Erbsünde, als auch die tatsächlich begangene Sünde, bringt, da sie eine Übertretung des gerechten Gesetzes Gottes ist und diesem entgegensteht (1.Joh 3,4), von ihrer eigenen Natur aus Schuld über den Sünder (Röm 2,15; 3,9; 3,19), wodurch er dem Zorn Gottes (Eph 2,3) und dem Fluch des Gesetzes verfallen (Gal 3,10) und dadurch dem Tode (Röm 6,23) mit allem geistlichen (Eph 4,18), zeitlichen (Röm 8,20; Klgl 3,39) und ewigen (Mt 25,41; 2.Thess 1,9) Elend unterworfen ist.