Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 31.1: Versammlungen der Kirche
Artikel 31.2: Die Obrigkeit und die Synoden
Artikel 31.3: Synoden entscheiden Glaubensstreitigkeiten und Amtsverfehlungen
Artikel 31.4: Alle Synoden können irren
Artikel 31.5: Synoden beschliessen nur über kirchliche Dinge

Artikel 31.1: Versammlungen der Kirche

Zur besseren Regierung und zur weiteren Auferbauung der Kirche sollen solche Versammlungen abgehalten werden, die man gewöhnlich Synoden oder Konzilien nennt (Apg 15,2-6).

Artikel 31.2: Die Obrigkeit und die Synoden

So wie die Obrigkeit rechtmässig eine Synode von Geistlichen und anderen geeigneten Personen berufen kann, um sich in Religionsangelegenheiten Rat und Gutachten einzuholen (Jes 49,23; 1.Tim 2,1-2; 2.Chr 19,8-11; 2.Chr 29-30; Mt 2,4-5; Spr 11,14), so können die Diener Christi, wenn die Obrigkeiten offene Feinde der Kirche sind, von sich aus Kraft ihres Amtes oder sie selbst mit anderen geeigneten Personen als Abgeordnete ihrer Kirchen in solchen Versammlungen zusammenkommen (Apg 15,2; 15,4; 15,22-23; 15,25).

Artikel 31.3: Synoden entscheiden Glaubensstreitigkeiten und Amtsverfehlungen

Es ist Aufgabe von Synoden und Konzilien, Glaubensstreitigkeiten und Gewissensfälle geistlich zu entscheiden, Regeln und Anweisungen für die bessere Ordnung des öffentlichen Gottesdienstes und für die Leitung der Kirche Gottes festzulegen, Klagen in Fällen von Amtsverfehlungen entgegenzunehmen und aus amtlicher Vollmacht über sie zu entscheiden. Diese Anordnungen und Entscheidungen sollen, sofern sie mit dem Wort Gottes übereinstimmen, mit Ehrerbietung und Unterordnung angenommen werden, jedoch nicht allein, weil sie mit dem Wort übereinstimmen, sondern auch aufgrund der Vollmacht, aufgrund derer sie gefällt werden, weil es sich um eine Ordnung Gottes handelt, die zu diesem Zweck in seinem Wort eingesetzt wurde (Apg 15,15; 15,19; 15,24; 15,27; 15,31; 16,4; Mt 18,17-20).

Artikel 31.4: Alle Synoden können irren

Alle Synoden oder Konzilien seit der Zeit der Apostel, die allgemeinen wie die regionalen, können irren, und viele haben geirrt. Darum dürfen sie nicht zur Regel des Glaubens und Lebens gemacht werden, sondern sollen nur als Hilfe für beides verwendet werden (Eph 2,20; Apg 17,21; 1.Kor 2,5; 2.Kor 1,24).

Artikel 31.5: Synoden beschliessen nur über kirchliche Dinge

Synoden und Konzilien haben nichts anderes zu verhandeln oder zu beschliessen als das, was kirchliche Dinge betrifft. Sie haben sich nicht in bürgerliche Angelegenheiten einzumischen, die das Gemeinwesen betreffen, es sei denn auf dem Weg einer demütigen Bitte in aussergewöhnlichen Fällen oder auf dem Weg des Ratschlags zur Beruhigung des Gewissens, wenn sie dazu von der bürgerlichen Regierung aufgefordert werden (Lk 12,13-14; Joh 18,36).