Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 28.1: Wofür steht die Taufe?
Artikel 28.2: Das äussere Element der Taufe
Artikel 28.3: Die Taufhandlung
Artikel 28.4: Die Taufe von Kindern gläubiger Eltern
Artikel 28.5: Die Taufe ist nicht heilsnotwendig
Artikel 28.6: Die Taufe ist nicht an einen Zeitpunkt gebunden
Artikel 28.7: Keine Wiedertaufe

Artikel 28.1: Wofür steht die Taufe?

Die Taufe ist ein von Jesus Christus gestiftetes Sakrament des Neuen Testamentes (Mt 28,19), nicht allein für die feierliche Aufnahme des Getauften in die sichtbare Kirche (1.Kor 12,13), sondern auch, um für ihn ein Zeichen und Siegel zu sein des Bundes der Gnade (vgl. Röm 4,11 mit Kol 2,11-12), seiner Einpflanzung in Christus (Gal 3,27; Röm 6,5), der Wiedergeburt (Tit 3,5), der Vergebung der Sünden (Mk 1,4) und seiner Hingabe an Gott durch Christus, um in einem neuen Leben zu wandeln (Röm 6,3-4). Dieses Sakrament ist nach Christi eigener Bestimmung bis zum Ende der Welt in seiner Kirche fortzusetzen (Mt 28,19-20).

Artikel 28.2: Das äussere Element der Taufe

Das äussere Element, das für dieses Sakrament gebraucht werden soll, ist Wasser, womit der Betreffende im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes durch einen rechtmässig berufenen Diener des Evangeliums zu taufen ist (Mt 3,11; Joh 1,33; Mt 28,19-20).

Artikel 28.3: Die Taufhandlung

Das Untertauchen der Person im Wasser ist nicht notwendig, sondern die Taufe wird auch durch Begiessen oder Besprengen der Person mit Wasser recht gespendet (Hebr 9,10; 9,19; 9,22; Apg 2,41; Apg 16,33; Mk 7,4).

Artikel 28.4: Die Taufe von Kindern gläubiger Eltern

Nicht nur die, die wirklich den Glauben an Christus und den Gehorsam gegen ihn bekennen (Mk 16,15-16; Apg 8,37-38), sondern auch die Kleinkinder, von denen ein Elternteil oder beide Eltern gläubig sind, sollen getauft werden (vgl. 1.Mose 17,7-9 mit Gal 3,9; 3;14 und Kol 2,11-12 und Röm 4,11-12; 1.Kor 7,14; Mt 28,19; Mk 10,13-16; Lk 18,5).

Artikel 28.5: Die Taufe ist nicht heilsnotwendig

Obwohl es eine grosse Sünde ist, diese Ordnung zu verachten oder zu vernachlässigen (vgl. Lk 7,30 mit 2.Mose 4,24-26), sind doch trotzdem die Gnade und das Heil nicht so untrennbar mit ihr verbunden, dass niemand ohne sie wiedergeboren oder gerettet werden könnte (Röm 4,11; Apg 10,2; 10,4; 10,22; 10,31; 10,45; 10,47), oder dass alle, die getauft worden sind, unzweifelhaft wiedergeboren wären (Apg 8,13; 8,23).

Artikel 28.6: Die Taufe ist nicht an einen Zeitpunkt gebunden

Die Wirksamkeit der Taufe ist nicht an den Zeitpunkt gebunden, zu dem sie gespendet wird (Joh 3,5; 3,8). Dessen ungeachtet wird jedoch durch den richtigen Gebrauch dieser Ordnung die verheissene Gnade nicht allein angeboten, sondern solchen, denen diese Gnade nach dem Rat des eigenen Willens Gottes zukommt, sie seien Erwachsene oder unmündige Kinder, vom Heiligen Geist zu der von ihm bestimmten Zeit wirklich dargereicht und übertragen (Gal 3,27; Tit 3,5; Eph 5,25-26; Apg 2,38; 2,41).

Artikel 28.7: Keine Wiedertaufe

Das Sakrament der Taufe ist jeder Person nur einmal zu spenden (Tit 3,5).