Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 24.1: Ein Mann und eine Frau
Artikel 24.2: Der Sinn der Ehe
Artikel 24.3: Jeder darf heiraten, aber Christen nur im Herrn
Artikel 24.4: Ehe ist bei zu naher Blutsverwandtschaft verboten
Artikel 24.5: Scheidung bei Ehebruch und Unzucht
Artikel 24.6: Näheres zur Scheidung

Artikel 24.1: Ein Mann und eine Frau

Eine Ehe besteht zwischen einem Mann und einer Frau. Das Gesetz gestattet weder einem Mann, mehr als eine Frau, noch einer Frau, mehr als einen Ehegatten zur gleichen Zeit zu haben (1.Mose 2,24; Mt 19,5-6; Spr 2,17).

Artikel 24.2: Der Sinn der Ehe

Die Ehe wurde zur gegenseitigen Hilfe von Ehemann und Ehefrau (1.Mose 2,18), zur Vermehrung der Menschheit durch rechtmässige Nachkommenschaft und der Kirche durch eine heilige Nachkommenschaft (Mal 2,15-16) und zur Verhütung der Unreinheit gestiftet (1.Kor 7,2; 7,9).

Artikel 24.3: Jeder darf heiraten, aber Christen nur im Herrn

Das Heiraten ist Menschen aller Art vom Gesetz erlaubt, die imstande sind, mit eigenem Urteil ihre Einwilligung zu geben (Hebr 13,4; 1.Tim 4,3; 1.Kor 7,36-38; 1.Mose 24,57-58). Es ist jedoch die Pflicht der Christen, die Ehe allein im Herrn zu schliessen (1.Kor 7,39). Deshalb sollten diejenigen, die die wahre reformierte Religion bekennen, nicht mit Ungläubigen, Päpstlichen oder anderen Götzendienern eine Ehe eingehen. Ebenso sollten Gottesfürchtige nicht an einem ungleichen Joch ziehen, indem sie die Ehe mit solchen schliessen, die in ihrem Leben notorisch gottlos sind oder an verdammenswerten Häresien festhalten (1.Mose 34,14; 2.Mose 34,16; 5.Mose 7,3-4; 1.Kön 11,4; Neh 13,25-27; Mal 2,11-12; 2.Kor 6,14).

Artikel 24.4: Ehe ist bei zu naher Blutsverwandtschaft verboten

Eine Ehe darf nicht innerhalb der Grade der Blutsverwandtschaft oder Verschwägerung, die im Wort verboten sind (3.Mose 18; 1.Kor 5,1; Am 2,7), bestehen. Solche blutschänderischen Ehen können auch niemals durch irgendein menschliches Gesetz oder durch das beiderseitige Einverständnis der Parteien rechtmässig werden, so dass diese Personen wie Mann und Frau zusammenleben könnten (Mk 6,18; 3.Mose 18,24-28). Der Mann darf keine Verwandten seiner Frau heiraten, die ihr näher blutsverwandt ist, als er es in seiner eigenen Verwandtschaft darf, und auch die Frau darf keinen Verwandten ihres Ehemannes heiraten, der ihm näher blutsverwandt ist, als sie es in ihrer eigenen Verwandtschaft darf (3.Mose 20,19-21).

Artikel 24.5: Scheidung bei Ehebruch und Unzucht

Ehebruch oder Unzucht, die nach der Verlobung begangen werden, geben, wenn sie vor der Eheschliessung entdeckt werden, dem unschuldigen Teil berechtigte Veranlassung, die Verlobung zu lösen (Mt 1,18-20). Im Fall des Ehebruchs nach der Eheschliessung ist der unschuldige Teil berechtigt, die Ehescheidung gerichtlich zu erwirken (Mt 5,31-32) und nach der Ehescheidung einen anderen zu heiraten, als wenn der schuldige Teil gestorben wäre (Mt 19,9; Röm 7,2-3).

Artikel 24.6: Näheres zur Scheidung

Obwohl die menschliche Verdorbenheit derartig gross ist, dass sie imstande ist, Gründe ausfindig zu machen, um die unrechtmässig zu trennen, die Gott in der Ehe zusammengefügt hat, so ist doch nur Ehebruch oder solch mutwilliges Verlassen, das in keiner Weise durch die Kirche oder die weltliche Obrigkeit wieder in Ordnung gebracht werden kann, ein zureichender Grund, um das Band der Ehe zu lösen (Mt 19,8-9; 1.Kor 7,15; Mt 19,6). Für die Auflösung der Ehe ist ein öffentliches und ordentliches Verfahrens einzuhalten und die betroffenen Personen dürfen nicht ihrer eigenen Willensentscheidung in eigener Sache überlassen bleiben (5.Mose 24,1-4).