Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 17.1: Man kann nicht aus dem Stand der Gnade fallen
Artikel 17.2: Die Ursachen des Beharrens
Artikel 17.3: Christen können in schwere Sünde fallen

Artikel 17.1: Man kann nicht aus dem Stand der Gnade fallen

Diejenigen, die Gott in seinem Geliebten angenommen, wirksam berufen und durch seinen Geist geheiligt hat, können weder ganz noch endgültig aus dem Stand der Gnade fallen, sondern werden gewiss darin bis ans Ende beharren und ewig selig werden (Phil 1,6; 2.Petr 1,10; Joh 10,28-29; 1.Joh 3,9; 1.Petr 1,5; 1,9).

Artikel 17.2: Die Ursachen des Beharrens

Dieses Beharren der Heiligen beruht nicht auf ihrem eigenen freien Willen, sondern auf der Unabänderlichkeit des Ratschlusses der Erwählung, der aus der freien und unwandelbaren Liebe Gottes des Vaters entspringt (2.Tim 2,18-19; Jer 31,3), auf der Wirksamkeit des Verdienstes und der Stellvertretung Jesu Christi (Hebr 10,10; 10,14; 13,20-21; 9,12-15; Röm 8,33-39; Joh 17,11; 17,24; Lk 22,32; Hebr 7,25), auf dem Bleiben des Geistes und des Samens Gottes in ihnen (Joh 14,14-17; 1.Joh 2,27; 3,9) und auf der Natur des Gnadenbundes (Jer 32,40). Aus diesen allen entsteht die Gewissheit und Unfehlbarkeit desselben (Joh 10,28; 2.Thess 3,3; 1.Joh 2,19).

Artikel 17.3: Christen können in schwere Sünde fallen

Trotzdem können sie durch die Versuchungen des Satans und der Welt, durch das überwiegen der in ihnen zurückgebliebenen Verdorbenheit und durch die Vernachlässigung der Mittel für ihr Beharren in schwere Sünde fallen (Mt 26,70; 26,72; 26,74) und eine Zeitlang darin fortfahren (Ps 51,1; 51,2; 51,16), wodurch sie unter Gottes Missfallen geraten (Jes 64,4; 64,6; 64,8; 2.Sam 11,27), seinen Heiligen Geist betrüben (Eph 4,30), in einem gewissen Mass ihrer Gnadengaben und ihres Trostes verlustig gehen (Ps 51,10; 51,12; 51,14; Offb 2,4; Hld 5,2-4; 5,6), verhärtete Herzen (Jes 63,17; Mk 6,52; Mk 16,14) und verwundete Gewissen (Ps 32,3-4; 51,10) bekommen, andern zum Schaden und Ärgernis werden (2.Sam 12,14) und zeitlich begrenzte Gerichte über sich bringen (Ps 89,31-33; 1.Kor 11,32).