Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 15.1: Die Busse zum Leben muss verkündigt werden
Artikel 15.2: Was ist Busse?
Artikel 15.3: Die Notwendigkeit der Busse
Artikel 15.4: Keine Sünde ist zu gross
Artikel 15.5: Die ständige Busse
Artikel 15.6: Sünde muss bekannt werden

Artikel 15.1: Die Busse zum Leben muss verkündigt werden

Die Busse zum Leben ist eine evangelische Gnadengabe (Sach 12,10; Apg 11,18), und die Lehre davon muss, ebenso wie die vom Glauben an Christus, von jedem Diener des Evangeliums gepredigt werden (Lk 24,47; Mk 1,15; Apg 20,21).

Artikel 15.2: Was ist Busse?

Durch die Busse wird ein Sünder dermassen von Betrübnis und Hass gegen seine Sünden erfüllt, weil er nicht nur die Gefahr, sondern auch die Widerwärtigkeit und Ekelhaftigkeit seiner Sünden, erkennt und empfindet, da sie dem heiligen Wesen Gottes und dem gerechten Gesetz Gottes entgegenstehen, und weil Gottes Barmherzigkeit in Christus von den Bussfertigen ergriffen wird, dass er sich von allen seinen Sünden weg zu Gott bekehrt (Hes 18,30-31; 36,31; Jes 30,22; Jer 31,18-19; Joel 2,12-13; Am 5,15; Ps 119,128; 1.Kor 7,11), indem er sich vornimmt und sich bemüht, vor Gott auf allen Wegen seiner Gebote zu wandeln (Ps 119,6; 119,59; 119,106; Lk 1,6; 2.Kön 23,25).

Artikel 15.3: Die Notwendigkeit der Busse

Wenn man sich auch auf die Busse nicht so verlassen darf, als ob sie eine Genugtuung für die Sünde oder ein Grund für deren Vergebung wäre (Hes 36,31-32; 16,61-63), die vielmehr die Wirkung der freien Gnade Gottes in Christus sind (Hos 14,3; 14,5; Röm 3,24; Eph 1,7), so ist sie doch für alle Sünder von einer solchen Notwendigkeit, dass niemand ohne sie Vergebung erwarten kann (Lk 13,3; 13,5; Apg 17,30-31).

Artikel 15.4: Keine Sünde ist zu gross

So wie es keine Sünde gibt, die so klein ist, dass sie nicht die Verdammnis verdient (Röm 6,23; 5,12; Mt 12,36), so gibt es auch keine Sünde, die so gross ist, dass sie die Verdammnis über diejenigen bringen kann, die wahrhaft Busse tun (Jes 55,7; Röm 8,1; Jes 1,16; 1,18).

Artikel 15.5: Die ständige Busse

Die Menschen dürfen sich nicht mit einer allgemeinen Busse zufrieden geben. Vielmehr ist es die Pflicht eines jeden, sich zu bemühen, für seine besonderen Sünden besondere Busse zu tun (Ps 19,13; Lk 19,8; 1.Tim 1,13; 1,15).

Artikel 15.6: Sünde muss bekannt werden

Wie jedermann verpflichtet ist, seine Sünden für sich selbst Gott zu bekennen, indem er ihretwegen um Vergebung bittet (Ps 51,6; 51,7; 51,9; 51,11; 51,16; Ps 32,5-6), aufgrund dessen er ebenso, wie aufgrund seines Ablassens von ihnen, Barmherzigkeit finden wird (Spr 28,13; 1.Joh 1,9), so soll andererseits auch jeder, der seinem Bruder oder der Kirche Christi Ärgernis bereitet hat, bereit sein, durch privates oder öffentliches Bekennen und Bereuen seiner Sünde den Betroffenen seine Busse bekanntzumachen (Jak 5,16; Lk 17,3-4; Jos 7,19; Ps 51). Diese sollen sich daraufhin mit ihm versöhnen und ihn in Liebe annehmen (2.Kor 2,8).