Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 14.1: Die Gnade des Glaubens
Artikel 14.2: Der Glaube, das Wort Gottes und die Annahme Christi
Artikel 14.3: Das Wachstum des Glaubens

Artikel 14.1: Die Gnade des Glaubens

Die Gnade des Glaubens, durch die die Erwählten in die Lage versetzt werden, zum Heil ihrer Seelen zu glauben (Hebr 10,39), ist das Werk des Geistes Christi in ihren Herzen (2.Kor 4,13; Eph 1,17-19; 2,8). Sie wird gewöhnlich durch das Amt des Wortes gewirkt (Röm 10,14; 10,17), durch die sie ebenso wie durch die Verwaltung der Sakramente und das Gebet vermehrt und gestärkt wird (1.Petr 2,2; Apg 20,32; Röm 4,11; Lk 17,5; Röm 1,16-17).

Artikel 14.2: Der Glaube, das Wort Gottes und die Annahme Christi

Durch diesen Glauben hält ein Christ alles für wahr, was auch immer im Wort offenbart wird, und zwar um der Autorität Gottes willen, der selbst darin spricht (Joh 4,42; 1.Thess 2,13; 1.Joh 5,10; Apg 24,14). Der Christ handelt auf ganz verschiedene Art und Weise aufgrund dessen, was jede einzelne Schriftstelle enthält, indem er den Geboten Gehorsam leistet (Röm 16,26), vor den Drohungen erschrickt (Jes 66,2) und die Verheissungen Gottes für dieses und das zukünftige Leben ergreift (Hebr 11,13; 1.Tim 4,8). Aber die hauptsachlichsten Handlungen des errettenden Glaubens sind, dass man Christus allein annimmt, empfängt und sich auf ihn allein zur Rechtfertigung, zur Heiligung und zum ewigen Leben verlässt durch die Kraft des Gnadenbundes (Joh 1,12; Apg 16,31; Gal 2,20; Apg 15,11).

Artikel 14.3: Das Wachstum des Glaubens

Dieser Glaube weist verschiedene Grade auf. Er ist schwach oder stark (Hebr 5,13-14; Röm 4,19-20; Mt 6,30; 8,10), kann oft und auf ganz verschiedene Art und Weise angefochten und geschwächt werden, behält jedoch den Sieg (Lk 22,31-32; Eph 6,16; 1.Joh 5,4-5) und wächst in vielen bis zur Erlangung einer vollen Gewissheit durch Christus (Hebr 6,11-12; 10,22; Kol 2,2), der sowohl der Anfänger, als auch der Vollender unseres Glaubens ist (Hebr 12,2).