Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Text: Thomas Schirrmacher, Der evangelische Glaube kompakt, Hamburg und Bonn, 2004.

Inhalt

Artikel 10.1: Die Vorherbestimmung
Artikel 10.2: Die wirksame Berufung
Artikel 10.3: Erwählte Kleinkinder
Artikel 10.4: Die Verlorenen

Artikel 10.1: Die Vorherbestimmung

Es gefällt Gott, alle diejenigen, die er zum Leben vorherbestimmt hat, und diese allein, zu der von ihm bestimmten und ihm angenehmen Zeit durch sein Wort und seinen Geist (2.Thess 2,13-14; 2.Kor 3,3; 3,6) aus dem Stand der Sünde und des Todes, in dem sie von Natur sind, zur Gnade und zum Heil durch Jesus Christus (Röm 8,2; Eph 2,1-5; 2.Tim 1,9-10) wirksam zu berufen (Röm 8,30; 11,7; Eph 1,10-11), indem er ihren Verstand erleuchtet, die göttlichen Dinge geistlich und heilsam zu verstehen (Apg 26,18; 1.Kor 2,10-12; Eph 1,17-18), indem er ihr steinernes Herz fortnimmt und ihnen ein fleischernes Herz gibt (Hes 36,26), indem er ihren Willen erneuert und diesen durch seine allmächtige Kraft zum Guten bestimmt (Hes 11,19; Phil 2,13), und indem er sie wirksam zu Jesus Christus zieht (Eph 1,19; Joh 6,44-45), jedoch so, dass sie ganz freiwillig kommen, da sie durch seine Gnade willig gemacht worden sind (Hld 1,4; Joh 6,37; Röm 6,16-18).

Artikel 10.2: Die wirksame Berufung

Diese wirksame Berufung geschieht allein aus Gottes freier und besonderer Gnade heraus, ganz und gar nicht aus irgend etwas heraus, was er im Menschen vorausgesehen hätte (2.Tim 1,9; Tit 3,4-5; Eph 2,4-5; 2,8-9; Röm 9,11). Der Mensch verhält sich dabei vielmehr völlig passiv bis er durch den Heiligen Geist lebendig gemacht und erneuert (1.Kor 2,14; Röm 8,7; Eph 2,5) und dadurch befähigt wird, auf diese Berufung zu antworten und die Gnade zu ergreifen, die darin angeboten und vermittelt wird (Joh 6,37; Hes 36,27; Joh 5,25).

Artikel 10.3: Erwählte Kleinkinder

Erwählte Kleinkinder, die in ihrer Kindheit sterben, sind wiedergeboren und in Christus durch den Geist (vgl. Lk 18,15-16 mit Apg 2,38-39 und Joh 3,3-5 und Röm 8,9) gerettet, der wirkt, wann und wo und wie es ihm gefällt (Joh 3,8). So steht es auch mit allen anderen erwählten Personen, die nicht in der Lage sind, äusserlich durch den Dienst des Wortes gerufen zu werden (gemeint sind neben Kleinkindern etwa geistig Behinderte. Auch für sie gilt 1.Joh 5,12; Apg 4,12).

Artikel 10.4: Die Verlorenen

Andere, die nicht erwählt sind, kommen, wenn sie auch durch das Amt des Wortes berufen werden (Mt 22,14) und einige allgemeine Wirkungen des Geistes empfangen mögen (Mt 7,22-23; 13,20-21; Hebr 6,4-6), dennoch niemals wirklich zu Christus und können deswegen nicht gerettet werden (Joh 6,64-66; 8,24). Noch viel weniger können Menschen, die die christliche Religion nicht bekennen, auf irgendeine andere Weise gerettet werden, welche es auch immer sei, auch wenn sie noch so fleissig sind, ihr Leben nach dem Licht der Natur und nach dem Gesetz der Religion, die sie bekennen, einzurichten (Apg 4,12; Joh 14,6; Eph 2,12; Joh 4,22; 17,3). Zu bejahen und zu behaupten, dass sie es könnten, ist sehr schädlich und zu verabscheuen (2Joh 9-11; 1.Kor 16,22; Gal 1,6-8).