Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Die Weisheit in den Sprüchen Salomos

Weisheit ist in der Bibel nicht bloss ein intellektueller Begriff. Weise ist jener Mensch, der weise handelt. Dazu sind zwei Dinge nötig. Zuerst musst du wissen, was wahrhaft weise ist. Erst danach kannst du dich ans Werk machen und dich fragen, wie es dir gelingt, das Weise wirklich auszuführen.

Gott offenbart die Weisheit

An der ersten Stelle, an der in der Bibel von Weisheit gesprochen wird, offenbart Gott Mose, was zu tun ist. Er beschrieb ihm die Gewänder für die Priester. Danach sagte er ihm, dass bestimmte Leute weise seien, seine Vorgaben umzusetzen (2. Mose 28,3).

Salomo berichtet ebenfalls von Gottes Vorgaben, von den Geboten und Weisungen des Herrn (Sprüche 30,5). Wer auf sie achtet, wird in seinem Alltag gerechte Entscheidungen treffen. Damit der Sohn des Königs Gerechtigkeit lernt, zeigt ihm sein Vater praktische Anwendungen. Folgende Dinge zeichnen den Gerechten aus:

Wer seinen Alltag so gestaltet, erfüllt den Auftrag seines Schöpfers und kann auf den Segen hoffen, der den Gerechten verheissen ist. Sein Gebet wird erhört (Sprüche 15,29). Selbst vor dem Tod braucht er sich nicht zu fürchten (Sprüche 14,19). Am Ende wird sein Warten zur Freude werden (Sprüche 10,28).

Gott schenkt Weisheit

Wie gelang es den Kunstarbeitern Israels, die Vorgaben Gottes zu erfüllen? Nicht ihr eigenes Können, das sie sich durch lange Übung angeeignet hatten, machte sie dazu tüchtig. Sie waren im wahrsten Sinne des Wortes begabt. Gott befähigte sie mit seinem Geist und schenkte ihnen Weisheit, Verstand, Erkenntnis und alle Geschicklichkeit, die für dieses besondere Werk nötig waren (2. Mose 31,3).

Das Studium der praktischen Weisheit, die in diesem Buch offenbart wird, macht deutlich, dass kein Geschöpf sie aus eigener Kraft erlangen kann. Immer wieder gehen wir achtlos an den Geboten des Herrn vorüber, oder verachten sie sogar. Menschen lassen sich zur Ungerechtigkeit verführen. Immer wieder sind wir zu faul, um nach Gerechtigkeit zu streben, und stehen am Ende ohne die Ernte des Guten da.

Die Weisheit beginnt damit, dass Gott als der Heilige erkannt wird (Sprüche 9,10). Vor ihm muss sich jeder Mensch schuldig bekennen (Sprüche 28,13). Aber der Gerechte flieht nicht vor dem drohenden Gericht und lässt sich vor dem Urteil des Allmächtigen nicht davon abschrecken, seine Gunst zu suchen (Sprüche 28,1). Darum wünscht Salomo seinem Sohn, dass er Gnade findet (Sprüche 3,3) und ermahnt ihn zur Demut vor dem Ewigen (Sprüche 3,34).

Es ist genau diese Gnade, die niemand erwerben kann. Sie muss von Gott geschenkt werden. Darum mahnt der König seinen Sohn, nicht sich nicht auf sein eigenes Wirken zu verlassen, sondern von ganzem Herzen auf den Herrn zu vertrauen (Sprüche 3,5).

Jesus Christus ist die ganze Weisheit

Der Apostel Paulus schrieb an die Gemeinde in Korinth (1. Korinther 1,18): „Durch ihn [Gott] seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.“ Jesus Christus ist die ganze Wahrheit. Gottes Sohn weiss, was dem Vater gefällt, und hat sie pünktlich ausgeführt.

Im Buch der Sprüche wird von der ewigen Weisheit gesprochen, die schon vor der Schöpfung existierte (Sprüche 8,22). Im Unterschied zu den Menschen war die Weisheit anwesend, als die Berge gemacht, dem Meer seine Grenzen gesetzt und den Wolken ihre Bahn gegeben wurden (Sprüche 8,24-30; vgl. Hiob 38,4-11). Christus ist diese Weisheit, die von Anfang an bei Gott war und durch die alles ins Dasein gerufen wurde (Johannes 1,1-3). Darum konnte er den Menschen die Herrlichkeit des Vaters verkündigen (Johannes 1,18).

Christus ist der Treue, der den Willen des Vaters vollkommen erfüllte (Johannes 6,38). Durch seine Güte wird Missetat gesühnt (Sprüche 16,6). Wer an ihn glaubt, wird mit seiner Gerechtigkeit beschenkt und hat so die Weisheit gefunden, von der im Buch der Sprüche Salomos die Rede ist.

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