Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Notizen zur Ethik: Religionsethik Buddhismus

Der Buddhismus hat seinen Namen vom Ehrentitel, dem man seinem Begründer gab. Buddha bedeutet in Sanskrit der Erwachte. Damit wird jemand bezeichnet, der nicht mehr von in Unwissenheit schlummert, sondern aufgewacht ist, um die Wahrheit zu erkennen, die das Leben erklärt.t.

Entstehung des Buddhismus

Siddhartha Gautama war ein Fürstensohn in Nordindien. Er wuchs wohlbehütet auf und entdeckte erst als Erwachsener das Leid. Alter, Krankheit und Tod erschreckten ihn. Darum verliess er seine Familie und wurde ein wandernder Wahrheitssucher. In Gesprächen und Meditation bewegte er die Frage, wie es möglich sei, ohne Leid zu leben. In tiefer Versenkung soll er die Wahrheit erkannt und einen Weg in die Freiheit vom Leid gefunden haben.

Lehren des Buddhismus

Der Buddha lehrte nach seinem Erwachen, dass Schmerz und Leid vergänglich sind. Der Mensch leide nur, weil er versuche, irgendetwas festzuhalten, was sich verändert. Der Erleuchtete ist fähig, alles loszulassen und ständig leidfrei und glücklich leben zu können.

Um zu diesem Zustand zu gelangen, beschrieb Buddha einen achtfachen Weg. Seine Nachfolger hoffen durch diese Lebenspraxis ebenfalls erleuchtet zu werden. Der achtfache Weg zur Befreiung beinhaltet folgende Teile::

  1. Rechte Erkenntnis: Leid ist vergänglich und wird durch Loslassen überwunden.
  2. Rechte Absicht: Sage allen Gedanken ab, die dir und anderen schaden.
  3. Rechte Rede: Lüge, verleumde und beleidige nicht und enthalte dich dem Geschwätz.
  4. Rechtes Handeln: Töte nicht (auch keine Tiere), stehle nicht, gib dich nicht sinnlichen Ausschweifungen hin.
  5. Rechter Lebenserwerb: Handle nicht mit Waffen, Lebewesen oder Rauschmittel.
  6. Rechtes Streben: Pflege heilsame Gedanken.
  7. Rechte Achtsamkeit: Achte auf dich, deinen Atem und deine Gemütsregungen.
  8. Rechte Meditation: Kontrolliere deinen unruhigen Geist.

Ethik des Buddhismus

Ganz offensichtlich lehrte Siddharta Gautama eine strenge Lebensethik, die an einigen Stellen an das Moralgesetz der Bibel erinnert. Alles Schädliche soll losgelassen und stattdessen Güte und Mitleid geübt werden. Dieser hohe Standard kann nicht ohne Anstrengung erreicht werden. Das wiederum widerspricht dem Ziel des Buddhismus (leidfreies Leben).

Buddhisten sind angehalten einen mittleren Weg zu gehen. Damit ist gemeint, alles Extreme zu meiden, weder Askese noch Hedonismus zu üben. Wenn es nicht gelingt, sich in der Meditation zu konzentrieren, sollen sie sich nicht ärgern, sondern es einfach hinnehmen. Mit eigenen Fehlern sollen sie nicht hadern. Stattdessen wird empfohlen, die Schuldgefühle loszulassen. Das führt zu einem ganz anderen Umgang mit Schuld, als er in der Bibel gelehrt wird.

Die Konzentration auf das eigene Glück prägt alltägliche Entscheidungen. Wenn die Vermeidung des persönlichen Leidens oberste Priorität hat, wird man medizinische Eingriffe, Umgang mit Medikamenten oder der Gemeinschaft anders beurteilen, als wenn man Werte kennt, die die eigene Existenz übersteigen.

Verbreitung des Buddhismus

Der Buddhismus verbreitete sich von Indien aus in ganz Asien. Aber auch Menschen im Westen sind mehr und mehr fasziniert von der buddhistischen Suche nach Glück. Weil der Buddha keine umfassende Weltanschauung definierte, sondern nur den Weg zu einem Leben ohne Leid lehrte, können seine Gedanken scheinbar überall aufgenommen werden. Offensichtlich fallen seine Lehren in einer Gesellschaft, die vom Hedonismus geprägt ist, auf fruchtbaren Boden.

Antwort der Bibel auf das Leid der Menschen

Die Autoren der Bibel beschäftigen sich ebenfalls mit dem Leid der Menschen. Gott offenbart durch sie, dass das Elend tatsächlich von der Unvollkommenheit des Lebens entspringt. Er schuf den Menschen, damit das Geschöpf in der Gegenwart seines Schöpfers lebe. Diese heilsame Gemeinschaft wurde durch die Sünde zerstört. Die Trennung von Gott ist der Grund für alles Leid, das der Mensch ertragen muss.

Der Mensch kann sich allerdings nicht vom Leiden freiüben. Es nützt nichts, wenn er nicht an seine Schuld denkt. Sein Schöpfer ist der ewige Gott. Dieser wird kein Unrecht vergessen. Aber er ist der gnädige Gott, der sich über das Elend seiner Geschöpfe erbarmt. Darum bezahlte er die die Strafe für die Schuld durch seinen Sohn.

Gottes Kinder suchen nicht zuerst Freiheit vom Leid, sondern von dessen Ursache. Durch den Glauben an Jesus Christus werden ihnen alle Sünden vergeben. Sie sind mit ihrem Schöpfer versöhnt. Der wird sie nach diesem Leben zu sich nehmen. In seiner Gegenwart werden sie schliesslich von allem Leid befreit und sich für immer an ihm freuen können.

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