Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Notizen zur Ethik: Religionsethik Animismus

Der Begriff Animismus stammt vom griechischen Wort, das Wind oder Hauch bedeutet. Später bezeichnete man damit auch die menschliche Seele. Die Bezeichnung wird in der Religionskunde für die Vorstellung verwendet, dass alle Dinge von Gott und seinem Wesen durchdrungen sind. Diese Art von Religion bietet keine umfassende Weltsicht, sondern versucht Auffälligkeiten der Natur in der unmittelbaren Umgebung zu erklären.

Entstehung des Animismus

Religionswissenschaftler meinen, dass die Vorstellungen des Animismus die ursprüngliche Form der Religion war. Es kann keine allgemeine Entstehungsgeschichte definiert werden, weil diese Art der Gottesahnung individuell und ortsabhängig ist.

Hinter dem, was mit den natürlichen Sinnen wahrgenommen werden kann, ahnen Menschen eine verborgene Welt. In besonderen Tieren, Pflanzen, Quellen, Felsen und Bergen komme eine besondere Kraft zum Vorschein. Mit Ehrfurcht geht man darum mit jenen besonderen Dingen um. Diese Scheu kann sich bis zur Furcht steigern. Aus diesem Grund meidet man wenigstens zu gewissen Zeiten (in der Nacht oder bei Vollmond) besondere Orte.

Eigentlich steht hinter dieser Religiosität die Frage, wie man mit einer unsichtbaren und unbekannten Macht umgehen soll.

Vorkommen des Animismus

Heutzutage denken wir zuerst an Medizinmänner, Schamanen und Zauberer, die in wilden Völkern ihr Unwesen treiben. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Sagen in unseren Regionen von Kraftorten die Rede ist.

Menschen sind heute noch auf der Suche nach Erklärungen für ihr Unwohlsein und suchen nach heilenden Kräften in der Natur. Spiritualisten und Geisterbeschwörer sind immer noch gefragt, wo Menschen mit ihrem Latein am Ende sind.

 Auswirkungen auf die Ethik

Der Mensch, der Kräften nachspürt, will sich eigentlich die Natur oder einen Geist, den er darin ahnt, sich zunutze machen. Man fragt streng genommen gar nicht nach einem Wesen, das alles geschaffen hat. Stattdessen verehrt man die Kraft, die in den Objekten vermutet wird. Steine, Tiere und Pflanzen treten so an Gottes Stelle.

Der unbekannte Gott stellt sich vor

Die Vorstellung der Allbeseeltheit scheint auf den ersten Blick mit dem übereinzustimmen, was der Apostel Paulus den Athenern sagte (Apostelgeschichte 17,26-28):

Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts.

Allerdings lässt der Gott der Bibel seine Geschöpfe gerade nicht ahnungslos. Er sendet seine Boten, durch die er sich vorstellt und den Menschen erklären, wie sie dem Heiligen begegnen können, ohne sich zu fürchten.

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