Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Die Gerechtigkeit der Ungerechten

Ruth in ihrem Buch als treue Frau dargestellt. Sie berief sich bereits auf dem Weg nach Israel auf Gott, als ihre Schwiegermutter zurückschicken wollte. Statt zu gehorchen, verbündete sich die Moabiterin mit der Israelitin und ihrem Gott. In Bethlehem angekommen, befolgte sie jeden Rat der Gottesfürchtigen.

Dieser entschiedenen Treue steht das ungerechte Israel gegenüber. Gottes Volk wandte sich von seinem Herrn ab. Stattdessen suchte es Trost und Freude im Götzendienst der Völker, unter denen es wohnte. Israel ist Gottes Volk, weil er es aus der Knechtschaft in Ägypten erlöste. In der Freiheit angekommen, vergassen sie ihren Herrn. Darum verlor es den Schutz Gottes, unter dem sie einst in Frieden, Wohlstand und Ruhe lebten. Das Buch der Richter zeigt die Auswirkungen der Untreue, die immer verheerender wurden.

Ganz andere Voraussetzungen fand Ruth in gelobten Land. Die Fremde hatte gar keinen Grund auf Gottes Segen zu hoffen. Sie stammte aus Moab. Dieses Volk verweigerte Israel den Weg durch ihr Gebiet, als es in das verheissene Land einziehen wollte und setzte alles daran, die Heimatlosen zu verfluchen. Später verführten sie Gottes Volk zum Götzendienst. Darum ordnete Gott an, dass die Nachkommen aus Moab bis ins zehnte Glied nicht zu seiner Gemeinde gehören dürfen (5. Mose 23,4-5). Statt einer herzlichen Einladung erhielt Ruth ein abweisendes Wort.

Das Buch Ruth schildert, wie eine Frau, die in der Tradition der Ungerechtigkeit und des Fluches stand, Heil und Segen beim Gott Israels gewann. Es ist eine Geschichte für alle jene, die in Gottes Wort vernehmen, dass sie wegen ihrer Sünde von ihrem Schöpfer getrennt sind. Suche Gottes Gerechtigkeit und er wird sie dich finden lassen (Mt 7,7). Ruths Geschichte ist auch für all jene überliefert, die meinen, in einer Tradition des Segens zu stehen. Du wirst Gottes Segen verspielen, wenn du dich von ihm abwendest und Trost und Freude in den Dingen der Erde gewinnen willst.

Und sie werden kommen von Osten und Westen, von Norden und von Süden, und zu Tisch sitzen im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die werden Erste sein; und es sind Erste, die werden Letzte sein.
(Lukas 13,29-30)

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