Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Notizen zur Ethik: Einleitung Religionsethik

Die Herkunft des Begriffes Religion ist umstritten. Einst nahm man an, das Wort stamme vom lateinischen Ausdruck religare, der zurückverbinden bedeutet. Diese Deutung weist darauf hin, dass Menschen ihren Ursprung suchen und mit ihm in Verbindung treten möchten.

Mittlerweile bezieht man das Wort Religion aber eher auf einen anderen lateinischen Begriff: relegere, was sorgfältig beachten heisst und im Zusammenhang mit kultischer Gottesverehrung verwendet wird. Diese Sichtweise sucht den Zugang zu einer Gottheit nicht in der Geschichte, sondern in der gegenwärtigen Begegnung.

Beide Erklärungen verdeutlichen, dass Menschen mit einem Wesen, das über ihm steht, zu tun haben wollen oder ihm unterworfen sind.

Religion als Aspekt der Ethik

Warum beginnt die Ethik mit der Frage nach der Religion? Ist nicht Religion das Fundament für ethische Entscheidungen? Ja, und weil Religion den Menschen und sein Verhalten prägt, brauchen wir eine moralische Antwort auf die Weltanschauungen.

Die Zehn Gebote beginnen mit der Aufforderung, sich auf den einen Gott zu verlassen. Im Brief des Apostels Paulus an die Römer wird deutlich, dass hinter der Existenz unterschiedlicher Religionen eine moralische Frage steht.

Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüssigen und der kriechenden Tiere. Darum hat Gott sie in den Begierden ihrer Herzen dahingegeben in die Unreinheit, sodass ihre Leiber durch sie selbst geschändet werden, sie, die Gottes Wahrheit in Lüge verkehrt und das Geschöpf verehrt und ihm gedient haben statt dem Schöpfer, der gelobt ist in Ewigkeit.
(Römer 1,21-25)

Die verschiedenen Religionen, die auf unserer Erde gepflegt werden, sind kein Segen. Heutzutage will man glauben, dass diese Unterschiedlichkeit die Gemeinschaft bereichert. Gott offenbart, dass gerade in der Vielzahl von Religionen und Kulten sein Gericht deutlich wird. Die Menschen haben sich von ihm abgewandt und haben ihn schliesslich zu ihrem eigenen Schaden völlig aus dem Sinn verloren.

Die Wahl der Religion ist niemals wertfrei. Wenn es einen Gott gibt, der alles geschaffen hat und sich in seinen Werken zu erkennen gibt (Römer 1,20), beurteilt er auch deine Religion. Wo immer Menschen sich einer anderen Gottheit oder einem selbsterdachten Kult zuwenden, behandeln sie ihren Schöpfer ungerecht. Damit ist die Auswahl und die Beurteilung von Religion immer eine ethische Frage.

Inhalt der Religionsethik

Weil so viele Religionen erdacht wurden, würde eine Ethik nie zu Ende kommen, wenn man jeden Kult besprechen wollte. Darum begrenzt die Gemeindeschulung sich auf folgende Beispiele, mit denen wir in unserer Zeit in erster Linie konfrontiert werden.

  1. Animismus
  2. Buddhismus
  3. Islam
  4. Atheismus

Jede Religion nimmt eine Beobachtung oder eine Frage auf, die aus dem alltäglichen Leben gewonnen wird. Wer eine eigene Antwort sucht und den Gott, der sich in der Bibel offenbart, nicht beachtet, wird sich selbst schaden. Das wird in den kommenden Abschnitten veranschaulicht.

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