Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur

Vorträge der Jubiläumskonferenz – 10 Jahre ERKWB Winterthur

Einleitung: Die kleine Kirche und der grosse Gott (Thomas Reiner)
Gott verdient Lob (Reinhard Mayer)
Lobe Gott durch deine Arbeit (Tony Curto)
Lobe Gott in deiner Familie (Beat Tanner)
Lobe Gott mit deinem Bibelstudium (Hanniel Strebel)
Gottes Lob im Gottesdienst (Kurt Vetterli)

Die kleine Kirche und der grosse Gott

Thomas Reiner

Vor etwa sechzehn Jahren bin ich auf die Webseite einer reformierten Kirche in Österreich gestossen. Mit Interesse habe ich ihre Kirchenordnung gelesen. Es begeisterte mich, dass Gottes Wort nicht bloss Ausgangspunkt blieb, sondern dass diese Kirche ihre gesamte Arbeit und Organisation von der Bibel her dachte. Die Lektüre faszinierte mich, weil hier jemand das zum Ausdruck brachte, worüber ich mir viele Gedanken gemacht hatte. Darum sagte ich damals zu mir: „Ich wünschte, es gäbe eine solche Kirche in der Schweiz.“
Einige Jahre später erhielt ich einen Anruf von Reinhard Mayer. Er ist Pfarrer dieser Kirche in Österreich, von der ich einst gelesen hatte. Er fragte mich, ob ich eine reformierte Gemeinde in Winterthur aufbauen möchte. Ohne zu zögern konnte ich von Herzen zusagen. Daraufhin lernte ich die beschriebene Denomination kennen. Es gab damals bloss zwei kleine Kirchgemeinden: eine in Rankweil, an der Schweizer Grenze, und die andere in Neuhofen, in der Nähe von Linz. Ich fand kein Seminar, kein Dekanat und keine beeindruckenden kirchlichen Strukturen, von denen in der Kirchenordnung zu lesen war. Die Gemeinde in Oberösterreich hatte nicht einmal einen eigenen Pfarrer. Trotzdem war ich nicht enttäuscht. Statt Äusserlichkeiten lernte ich an beiden Orten Menschen kennen, die in aller Schwachheit auf den allmächtigen Gott vertrauen. Er ist das Zentrum der Kirche und ihrer Ordnung, des Gottesdienstes und des Glaubens jener Menschen, die in den Gemeinden der ERKWB zusammenkommen. Die kleine, ja beinahe unscheinbare Kirche vertraut auf und spricht von einem grossen Gott. Wo immer sie sich versammelt, kann ihr himmlischer Vater nicht übersehen werden.
Vor zehn Jahren starteten wir in Winterthur mit öffentlichen Gottesdiensten. Wir bemühen uns nicht, Menschen zu beeindrucken, sondern bezeugen miteinander den beeindruckenden Gott. Das sind nicht nur Worte einer winzigen Versammlung, die sich über ihre Schwäche tröstet. Es ist nach wie vor meine tiefe Überzeugung, dass jede Gemeinde, bestehe sie aus zehn oder tausend Menschen, von Gott und seinem Wort aufgebaut, gestärkt und erhalten wird. Der allmächtige Gott schenkt Gnade, dass wir ihm vertrauen und treu bleiben können. Darum versteht es sich von selbst, dass an diesem Festtag in erster Linie von unserem Herrn die Rede sein soll. Ihm gehört der Dank, dass wir zehn Jahre zu seiner Ehre Gottesdienste feiern konnten. Unser Herr soll dafür gelobt werden, dass er seine Kirche in den vergangenen Jahren erhalten hat. Er soll für das gepriesen werden, was wir von seiner Gnade begreifen durften.
Nachdem der König David eine wunderbar aus der Hand seiner Feinde gerettet wurde, sang er (Psalm 34,2): „Ich will den Herrn loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“ Es wäre zu wenig, wenn wir bloss an diesem besonderen Gedenktag Gott loben würden. Seine Güte ist so gigantisch, dass wir den Rest unseres Lebens Grund haben, ihn ständig zu loben. Wie können wir das tun? Genau das ist die Frage, mit der wir uns an dieser Jubiläumskonferenz beschäftigen. Wir haben Referenten eingeladen, mit denen wir in den letzten zehn Jahren auf irgendeine Weise in Beziehung standen. Sie sprechen jeweils über einen Bereich unseres Lebens, in dem das Lob des allmächtigen Herrn zum Ausdruck kommen kann. Es ist mein Wunsch, dass dieser eine Festtag der Anfang von einem bleibenden Lob ist.

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