Evangelisch-reformierte Kirche Westminster Bekenntnisses in Winterthur
gebet

Gebet vor dem Abendmahl

Aus der Genfer Gottesdienstordnung von 1542: Das Gebet, das von den Pfarrern vor dem Abendmahl gesprochen wurde.

Weil unser Herr Jesus Christus nicht nur am Kreuz ein einziges Mal seinen Leib und sein Blut zur Vergebung unserer Sünden gegeben hat, sondern sie uns auch als Speise zum ewigen Leben mitteilen will, so verleihe uns die Gnade, dass wir in wahrer Aufrichtigkeit des Herzens und mit brennendem Eifer dieses grosse Geschenk und diese Wohltat empfangen, und dass wir in gewissem Glauben seinen Leib und sein Blut empfangen, somit also ihn ganz und gar, wie er als wahrer Gott und wahrer Mensch wahrhaftig das heilige Himmelsbrot ist, das uns lebendig macht.

So leben wir nicht mehr aus uns selbst und gemäss unserer Natur, welche völlig verdorben und lasterhaft ist, sondern er lebt in uns, um uns zum heiligen, seligen und ewigen Leben zu führen, dadurch, dass wir in Wahrheit am neuen ewigen Testament, dem Gnadenbund teilhaben. Und wir sind gewiss und sicher, dass es deinem Wohlgefallen entspricht, uns ewig ein wohlgesinnter Vater zu sein, der uns unserer Fehler nicht zurechnet, und der uns als deinen Kindern und geliebten Erben alles zukommen lässt, was nötig ist sowohl für die Seele als auch für den Leib, damit wir dir unaufhörlich Lob und Dank sagen und deinen Namen verherrlichen durch Taten und Worte.

Verleihe uns doch, himmlischer Vater, heute auf diese Weise die Erinnerung und das Gedächtnis deines lieben Sohnes zu feiern, uns davon bewegen zu lassen und die Wohltat seines Todes zu verkündigen. So erlangen wir neues Wachstum und neue Stärkung im Glauben und in allen Gütern nennen wir dich darum mit umso grösserem Vertrauen unseren Vater und rühmen uns in dir.

Quelle: Calvin Studienausgabe Band 2, Gestalt und Ordnung der Kirche.

0 Kommentare

Kommentar einfügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.